Chunghwa Telecom Aktie: Einmaleffekt treibt Rekordquartal
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deChunghwa Telecom hat im dritten Quartal die obere Grenze der eigenen Prognose übertroffen. Umsatz, Gewinn und Ergebnis je Aktie erreichten den höchsten Stand für ein drittes Quartal seit 2009. Ein Teil des Sprungs geht allerdings auf einen Einmaleffekt zurück.
Umsatz und Gewinn legen kräftig zu
Der Konzernumsatz stieg um 16,7 Prozent auf 67,59 Milliarden Taiwan-Dollar. Das operative Ergebnis wuchs mit 27,1 Prozent deutlich schneller, der Nettogewinn der Aktionäre legte um 29,5 Prozent auf 12,22 Milliarden Taiwan-Dollar zu. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,57 Taiwan-Dollar.
Die operative Marge verbesserte sich auf 22,65 Prozent, nach 20,89 Prozent im Vorjahresquartal. Das Management zeigt sich zuversichtlich, die Jahresprognose zu übertreffen.
Immobilienprojekt als Sondereffekt
Das schnellere Gewinnwachstum erklärt die Finanzchefin mit drei Faktoren: einem einmaligen Beitrag aus der Verwertung von Vermögenswerten, stärkeren Erträgen bei der Testtochter Chunghwa Precision Test und einem stabilen Kerngeschäft.
Der Einmaleffekt stammt von der Tochter Light Era Development, die in Taoyuan ein Wohnprojekt fertiggestellt hat. Erlöse daraus werden nach IFRS 15 bei der Übergabe der Einheiten verbucht. Einen Beitrag ähnlicher Größe erwartet das Unternehmen kurzfristig nicht.
Der Effekt relativiert die Zahlen. Wie viel vom Wachstum nachhaltig ist, zeigen eher die Geschäftsbereiche.
ICT und Mobilfunk als Treiber
Im Unternehmensgeschäft stiegen die ICT-Erlöse um 19 Prozent. Der Auftragseingang in diesem Bereich lag 84 Prozent über dem Vorjahr, getrieben von großen Regierungsprojekten und Rechenzentrumsaufträgen. Cloud wuchs um 45 Prozent. Die Ergebnisse vor Steuern der Sparte sanken dennoch um 3,1 Prozent, weil ICT-Projekte mit Hardware und Bauleistungen geringere Margen tragen und höhere Boni anfielen.
Im Mobilfunk legten die Serviceerlöse um 2,9 Prozent zu. Rückenwind kamen von der 5G-Migration und vom Roaming. Der Marktanteil beim Umsatz erreichte laut Management mit 41,2 Prozent einen Rekord. Im Festnetz-Breitband wuchsen die Erlöse um 3,0 Prozent, da Kunden schnellere Tarife wählen.
Die Bilanz bleibt solide. Der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft stieg in den ersten neun Monaten um 9,6 Prozent, die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA liegt bei null.
Ausblick: KI und 5G-Ausbau
Strategisch setzt der Konzern auf KI, unter anderem mit einer erweiterten Zusammenarbeit mit Google und der Tochter CHT InventAI. Beim eigenständigen 5G-Netz soll die Bevölkerungsabdeckung bis Ende 2026 über 50 Prozent steigen, eine landesweite Abdeckung ist für 2027 geplant.
Die ADR schlossen zuletzt bei 48,63 Dollar, nahe dem 52-Wochen-Hoch. Für das vierte Quartal fehlt der Sondereffekt aus dem Immobilienprojekt, die Messlatte für das operative Geschäft liegt damit höher.
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