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China Tungsten: 7,6-Prozent-Rücksetzer auf 67,37 CNY

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 05:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

China Tungsten erwartet für H1 2026 einen Gewinnsprung von bis zu 298 Prozent, während die Aktie trotz starker Fundamentaldaten deutlich nachgibt.

China Tungsten: Rekordgewinnprognose trotz Kursrutsch der Aktie
Nahaufnahme von Wolfram-Erzstücken auf einer industriellen Stahloberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

China Tungsten and HighTech Materials blickt auf ein außergewöhnlich starkes erstes Halbjahr 2026 zurück. Das Unternehmen profitiert maßgeblich von der strategischen Aufwertung von Wolfram und einer anhaltend hohen Nachfrage in Schlüsselindustrien wie der Verteidigung und der künstlichen Intelligenz. Trotz dieser starken operativen Zahlen verzeichnete das Papier am heutigen Mittwoch deutliche Kursverluste.

Starke Nachfrage und steigende Rohstoffpreise

Das Unternehmen teilte in einer aktuellen Prognose mit, für die erste Jahreshälfte 2026 einen Nettogewinn zwischen 1,97 und 2,17 Milliarden CNY zu erwarten. Dies entspricht einer Steigerung von 261 bis 298 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

China Tungsten reiht sich damit in eine Branchendynamik ein, die derzeit von drastischen Gewinnsteigerungen geprägt ist. Auch Wettbewerber wie Zhangyuan Tungsten meldeten für denselben Zeitraum Zuwächse von bis zu 552 Prozent, während Xianglu Tungsten sogar eine Steigerung des Nettogewinns um mehr als das Zwanzigfache in Aussicht stellte.

Diese Entwicklung ist eng mit dem Anstieg der Rohstoffpreise verknüpft. Im August stabilisierte sich der Preis für Wolframerz-Konzentrat bei 410.000 CNY pro Tonne, während Ammoniumparawolframat (APT) mit rund 610.000 CNY pro Tonne gehandelt wurde.

Die Verknappung des Angebots am Weltmarkt wird durch neue regulatorische Hürden zusätzlich verschärft. Ab dem 27. August treten zudem Exportkontrollen der USA für Wolframabfälle und Recyclingmaterialien in Kraft, was die globalen Lieferketten für dieses kritische Metall weiter unter Druck setzen dürfte.

Geopolitische Spannungen verknappen das Angebot

Wolfram gilt aufgrund seiner extremen Härte und Hitzebeständigkeit als unverzichtbar für die Rüstungsindustrie und die Halbleiterproduktion. Medienberichten zufolge bleibt die weltweite Versorgungslage durch internationale Konflikte und restriktive Exportkontrollen angespannt.

China kontrolliert derzeit rund 80 Prozent der globalen Produktion des Metalls. Um die Abhängigkeit zu verringern, planen die USA bereits ab Januar 2027 umfassende Beschränkungen für den Einsatz von chinesischem Wolfram in Verteidigungsprojekten.

Im asiatischen Raum reagieren Produzenten bereits auf diese Verschiebungen. Während in Südkorea Minenprojekte vorangetrieben werden, um die Chipproduktion abzusichern, konzentriert sich China Tungsten (000657.SZ) auf die Konsolidierung seiner Marktposition im Inland. Die strategische Bedeutung des Rohstoffs für die nationale Sicherheit und technologische Souveränität bleibt dabei der zentrale Treiber für die Bewertung des Sektors.

Kursrücksetzer trotz institutionellem Interesse

Obwohl die fundamentale Lage für Wolfram-Produzenten günstig bleibt, geriet die Aktie am heutigen Mittwoch unter Verkaufsdruck. Das Papier verlor heute 7,6 Prozent an Wert und schloss bei 67,37 CNY. Trotz dieses Rückschlags notiert der Titel weiterhin deutlich über seinem längerfristigen Trend: Der Kurs liegt aktuell rund 30 Prozent über dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 51,63 CNY.

Das Interesse internationaler Investoren an chinesischen Technologiewerten und der Rohstoffversorgung für neue Energien ist unterdessen weiterhin hoch. Medienberichten zufolge haben große Institute wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und UBS ihre Positionen in diesem Segment zuletzt ausgebaut.

Auch wenn kurzfristige Gewinnmitnahmen das Kursbild belasten, bleibt die langfristige Nachfrage nach Wolfram durch die Verteidigungsindustrie und den Ausbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen ein stabiler Faktor für das Unternehmen.

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