China, Tungsten

China Tungsten: 162,72% Plus seit Jahresbeginn

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 10:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

China Tungsten verzeichnet deutliche Kursgewinne, getrieben durch massive Exportbeschränkungen und eine beispiellose Preisrallye bei Wolfram. Institutionelle Anleger stärken ihre Positionen.

China Tungsten: Kursrallye dank Exportstopp und Wolframpreis-Explosion
Rohe Wolfram-Barren und Erze auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der chinesische Marktführer China Tungsten and HighTech Materials verzeichnet am heutigen Montag einen deutlichen Kursanstieg. Die Aktie kletterte um 8,64 % auf 72,80 CNY und setzt damit eine dynamische Aufwärtsbewegung fort, die bereits in den vergangenen Handelstagen an Fahrt gewonnen hatte. Maßgeblicher Treiber für das Anlegerinteresse sind die massiven Exportbeschränkungen Chinas für Wolfram sowie eine beispiellose Preisrallye bei dem kritischen Industriemetall.

Exportstopp nach Japan verschärft globale Knappheit

China kontrolliert derzeit etwa 80 % der weltweiten Wolframproduktion und nutzt diese Marktstellung zunehmend zur Steuerung des globalen Angebots. Medienberichten zufolge haben die chinesischen Behörden die Ausfuhren nach Japan drastisch gedrosselt. Die Exporte von Ammoniumparawolframat (APT) sanken von 688 Tonnen im Jahr 2024 auf lediglich 158 Tonnen im Jahr 2025, was einem Rückgang von rund 77 % entspricht. Seit Februar 2026 wurden die Exporte von Wolframcarbid und Wolframpulver nach Japan sogar vollständig eingestellt.

Diese Verknappung hat weitreichende Folgen für die weiterverarbeitende Industrie. Japanische Hersteller wie Mitsubishi Materials sahen sich gezwungen, die Preise für Zwischenprodukte zu verdreifachen. Sumitomo Electric erhöhte die Preise für Werkzeuge um bis zu 60 %, während kleinere Unternehmen teilweise nur noch 30 % ihrer üblichen Liefermengen erhalten. Da Wolfram aufgrund seines extrem hohen Schmelzpunkts und seiner Härte für die Halbleiterindustrie, die Rüstungstechnik und die Luft- und Raumfahrt unverzichtbar ist, wächst der Druck auf die globalen Lieferketten.

Fonds setzen auf Marktführer

Das Marktumfeld spiegelt sich auch in der Performance von China Tungsten wider, die seit Jahresbeginn ein Plus von 162,72 % aufweist. Diese Entwicklung lockt verstärkt institutionelle Investoren an. Aktuelle Berichte zeigen, dass mehrere chinesische Investmenthäuser ihre Positionen in dem Unternehmen gefestigt haben. Der Tongtai New Energy Fund hielt zum Ende des zweiten Quartals 112.200 Aktien, was das Papier zur drittgrößten Position im Portfolio machte. Auch Shangyin Fund und Galaxy Fund meldeten signifikante Beteiligungen.

Die Bewertung des Unternehmens wird zusätzlich durch die explodierenden Rohstoffpreise gestützt. Seit Beginn des Jahres 2025 sind die Wolframpreise um rund 600 % gestiegen. Während westliche Akteure wie Sky Metals in Australien oder Esil-Mining in Kasachstan versuchen, neue Kapazitäten aufzubauen, werden diese Projekte voraussichtlich erst in den Jahren 2027 oder 2028 die Produktion aufnehmen.

Geopolitische Dynamik stützt den Kurs

In den USA und Europa wächst die Sorge vor der Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen. Das US-Handelsministerium reagierte bereits mit Exportverboten für Wolframschrott, um die heimischen Recyclingkapazitäten zu stärken. Dennoch bleibt die kurzfristige Dominanz Chinas ungebrochen, da alternative Minenprojekte in Nevada aufgrund regulatorischer Hürden und militärischer Nutzungsbeschränkungen durch die NASA und das Verteidigungsministerium blockiert werden.

China Tungsten and HighTech Materials positioniert sich in diesem Umfeld als zentraler Profiteur der Angebotsverknappung. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 19,57 Milliarden € festigt das Unternehmen seine Rolle als Schlüsselaspekt der globalen Versorgung mit strategischen Mineralien. Solange die Exportbeschränkungen anhalten und die internationale Konkurrenz keine signifikanten Mengen liefern kann, bleibt die Preissetzungsmacht des Konzerns ein zentraler Faktor für die weitere Aktienentwicklung.

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