Chevron, Aktie

Chevron Aktie: Ausbau in Venezuela rückt näher

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 00:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chevron bereitet zusätzliche Projekte in Venezuela vor, während etablierte US-Ölkonzerne wegen des geplanten NABEP-Deals zurückhaltend bleiben.

Black and white documentary photojournalism of a pipeline worker in hard hat and safety gear, holding inspection tool examining a large industrial pipe, outdoor industrial site with dramatic contrast lighting
Chevron US1667641005 setzt erfahrene Techniker für Pipeline-Inspektion mit Helm und Werkzeug dokumentarisch ein Illustration mit AI erstellt.

Chevron plant nach Angaben eines US-Regierungsbeamten die Ausweitung seiner bestehenden Aktivitäten in Venezuela. Das Unternehmen wolle den Schritt in Kürze bekanntgeben, die Produktionskapazität soll dadurch steigen. Damit bewegt sich der Konzern mitten in einem geopolitischen Deal, der die gesamte US-Ölbranche aufhorchen lässt.

Hintergrund ist eine Vereinbarung, mit der die USA Zugriff auf gut ein Fünftel der venezolanischen Ölreserven erhalten sollen – umgerechnet mehr als 65 Milliarden Barrel. Zentrale Figur dabei ist das private Ölunternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP) unter Führung des venezolanischen Geschäftsmanns Alejandro Betancourt, der eine 100-jährige Konzession für 17 Ölfelder erhalten soll.

Die US-Regierung selbst würde eine Beteiligung von 35 Prozent an der Muttergesellschaft halten und sich zusätzlich ein Vorkaufsrecht auf die verbleibende Produktion sichern.

Skepsis bei Branchengrößen

Genau diese Konstruktion sorgt für Zurückhaltung bei etablierten Playern. Betancourt war in der Vergangenheit Gegenstand von Ermittlungen US-amerikanischer und europäischer Behörden, wurde jedoch nie angeklagt und weist die Vorwürfe zurück.

Marktbeobachter werten die Skepsis großer Ölkonzerne als Zeichen dafür, dass diese nicht am selben Tisch wie NABEP sitzen wollen – ein Umstand, der Konzerne wie ExxonMobil und ConocoPhillips bislang zögern lässt, trotz öffentlicher Aufforderungen aus dem Weißen Haus.

Chevron nimmt in diesem Umfeld eine Sonderrolle ein. Der Konzern hat Venezuela nie verlassen und ist bereits der größte US-Ölproduzent im Land. Zusammen mit Eni, ONGC, GeoPark und GE Vernova steht Chevron kurz vor der Unterzeichnung separater Energieprojekt-Vereinbarungen – losgelöst vom NABEP-Deal der US-Regierung.

Konkret verhandelt der Konzern über mindestens einen neuen Block im Orinoco-Gürtel sowie über ein Gebiet in Monagas North, das als Quelle für Verdünnungsmittel für das Schwerölgeschäft dienen könnte.

Die Frage, ob die US-Regierung mit ihrer NABEP-Beteiligung selbst zum Wettbewerber etablierter Ölkonzerne in Venezuela wird, treibt derzeit Branchenkenner um. Genau das könnte laut Marktstimmen zusätzliche Hürden für Trumps Ziel schaffen, die venezolanische Ölproduktion und damit die US-Reserven spürbar zu steigern.

Für Chevron zählt vorerst der eigene, bereits laufende Pfad: Die Ausweitung der Betriebsrechte nahe bestehender Joint-Venture-Felder soll in den kommenden Tagen offiziell verkündet werden.

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