Cherry Aktie: EBIT-Verlust deutlich reduziert
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 04:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Cherry SE verzeichnet trotz rückläufiger Umsätze deutliche operative Fortschritte bei der Neuausrichtung des Unternehmens. Während die Erlöse im ersten Halbjahr sanken, konnte das Unternehmen seinen operativen Verlust im Vergleich zum Vorjahr massiv reduzieren. Diese Entwicklung stützt die langfristige Strategie, bis zum Jahr 2027 die Gewinnschwelle beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zu erreichen.
Deutliche Verbesserung der operativen Ergebnisse
Am 30. Juli legte das Unternehmen vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vor. Der Konzernumsatz belief sich demnach auf 40,0 Millionen Euro, was einem Rückgang gegenüber den 45,5 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums entspricht. Dennoch verbesserte sich das bereinigte EBIT spürbar auf minus 5,8 Millionen Euro.
Im ersten Halbjahr 2025 hatte dieser Fehlbetrag noch bei minus 17,9 Millionen Euro gelegen. Ein wesentlicher Treiber für die Erholung war die Steigerung der Bruttomarge um 12,3 Prozentpunkte. Zudem gelang es dem Management, die operativen Aufwendungen auf 17,3 Millionen Euro zu senken, nachdem diese im Vorjahr noch 20,9 Millionen Euro betragen hatten. Medienberichten zufolge greifen damit die ersten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung.
Strategische Führung und finanzielle Absicherung
Die strategische Neuausrichtung wird künftig von einer dauerhaften Führung geleitet. Rogier Volmer, der das Unternehmen zuvor interimsweise geführt hatte, wurde am 29. Juni fest zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Volmer soll die Kontinuität bei der laufenden Transformation sicherstellen und das operative Geschäft stabilisieren.
Zur finanziellen Flankierung dieser Pläne hat das Unternehmen laut einer Meldung von EQS News am 12. Juni eine Bezugsrechtskapitalerhöhung beschlossen. Dabei wurde das Grundkapital um bis zu 9,72 Millionen Euro auf maximal 15,795 Millionen Euro erhöht.
Der Großaktionär Argand Partners, der einen Anteil von 34,6 Prozent hält, verpflichtete sich zur vollumfänglichen Ausübung seiner Bezugsrechte, um das Zukunftsprogramm „Project Blossom“ abzusichern.
Kosteneffizienz als Weg zum Break-even
Bereits im ersten Quartal zeigten sich erste Stabilisierungstendenzen in der Bilanz. Zwar sank der Umsatz im Zeitraum bis Ende März um 18 Prozent auf 20,8 Millionen Euro, doch der freie Cashflow drehte mit 1,1 Millionen Euro in den positiven Bereich. Zum Vergleich: Im ersten Quartal des Vorjahres war hier noch ein Abfluss von 8,9 Millionen Euro zu verzeichnen gewesen.
Das zentrale Kostensenkungsprogramm des Konzerns zielt auf zusätzliche Einsparungen in Höhe von 8 Millionen Euro ab. Zum Ende des ersten Quartals verfügte Cherry über liquide Mittel von 4,7 Millionen Euro, nach 5,6 Millionen Euro zum Jahresabschluss 2025. Diese Reserven und die jüngste Kapitalmaßnahme sollen den Weg ebnen, um die operative Wende in den kommenden Geschäftsjahren abzuschließen.
Die Transformation findet vor dem Hintergrund eines herausfordernden Geschäftsjahres 2025 statt, in dem der Umsatz mit 94,3 Millionen Euro die ursprüngliche Prognose verfehlt hatte.
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