Cham Swiss Properties Aktie: Schulden wachsen mit
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 09:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aus der Fusion von Ina Invest und Cham Group ist ein Immobilienkonzern entstanden, der jetzt seine erste vollständige Halbjahresbilanz vorlegt. Das Ergebnis: solides operatives Wachstum, aber auch spürbar mehr Fremdkapital im System.
Cham Swiss Properties steigerte den Mietertrag im ersten Halbjahr 2026 um 5 Prozent auf 13,7 Millionen Franken. Nach vollständiger Konsolidierung der Erträge aus dem einstigen Ina-Invest-Portfolio trugen vor allem die Lokstadt-Hallen in Winterthur und das Zentrallager auf dem Papieri-Areal zum Zuwachs bei. Die Leerstandsquote liegt bei 5 Prozent, das Immobilienportfolio kommt per Ende Juni auf einen Wert von 1,76 Milliarden Franken.
Gewinn schrumpft, Verschuldung steigt
Der Konzerngewinn fiel mit 8,4 Millionen Franken deutlich niedriger aus als im Vorjahreszeitraum, als ein Verkaufserlös aus Promotionsliegenschaften das Ergebnis auf 144 Millionen Franken gehievt hatte. Das ist kein operatives Problem, sondern ein Basiseffekt aus einem Einmalgeschäft, das 2026 fehlt.
Auffälliger ist die Entwicklung der Finanzierungsseite. Der Verschuldungsgrad (LTV) kletterte von 31,4 auf 35,6 Prozent, die Finanzverbindlichkeiten stiegen auf 627 Millionen Franken. Die Eigenkapitalquote sank entsprechend von 59,2 auf 56,4 Prozent. Immer noch ein komfortables Polster, das Management betont, die Portfoliostrategie ohne Kapitalerhöhung stemmen zu können — doch der Trend zeigt, dass die Bauoffensive Geld kostet.
Bauprojekte im Zeitplan
Parallel zum Zahlenwerk treibt Cham Swiss Properties mehrere Großprojekte voran. An sechs Renditeobjekten in Zürich, Genf und Cham wird für rund 172 Millionen Franken gebaut. Auf dem Papieri-Areal in Cham füllen sich die Flächen: Das Haus E mit 64 Wohnungen ist praktisch vollvermietet, und mit Aryzta zieht Ende 2026 ein börsenkotiertes Unternehmen mit seinem Hauptsitz ins Areal.
Bei der Quartierentwicklung Bredella hat das Unternehmen im Juni 2026 die verbliebenen Minderheitsanteile der Tochtergesellschaft per Aktientausch übernommen und ist damit Alleineigentümerin.
Erste Abbrucharbeiten für Bredella West sollen wie geplant im zweiten Halbjahr starten. Bei der Quartierentwicklung Pavatex bremst dagegen eine Stimmrechtsbeschwerde die Ortsplanungsrevision — die entscheidende Abstimmung verschiebt sich voraussichtlich auf 2027.
Für die Finanzierung setzt das Unternehmen auf ein gestaffeltes Anleihenportfolio bis 2032, im März 2026 wurde bereits die zweite festverzinsliche Anleihe platziert. Der Nettoinventarwert je Aktie liegt bei 21,23 Franken, leicht unter dem Stand von Ende 2025. Wie sich der steigende Verschuldungsgrad auf künftige Anleihekonditionen auswirkt, dürfte sich spätestens beim nächsten Finanzierungsschritt zeigen.
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