Centrotherm Aktie: Celloraa-Vertrag für sechs PECVD-Systeme
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 16:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Indien-Geschäft treibt Photovoltaik-Sparte an
Das Unternehmen Centrotherm hat seine Erwartungen für den Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr 2026 massiv angehoben. Wie der Anlagenbauer am 10. August mitteilte, wird nun ein Volumen zwischen 110 und 160 Millionen Euro erwartet. Zuvor lag die Zielspanne für die neuen Aufträge lediglich bei 40 bis 100 Millionen Euro. Dieser deutliche Sprung resultiert primär aus einer unerwartet hohen Nachfrage im Bereich Photovoltaik, die insbesondere aus dem indischen Markt kommt.
Trotz eines weltweit intensiven Wettbewerbsdrucks gelang es dem Spezialisten für thermische Prozesse, wichtige Abschlüsse in der Region zu sichern. Ein wesentlicher Baustein dieser Entwicklung war ein im April unterzeichneter Vertrag mit Celloraa Energy. Dieser umfasst die Lieferung von sechs c.PLASMA Q MAX PECVD-Systemen für eine Solarzellenlinie in Indien.
Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 1,2 Gigawatt und setzt auf die moderne TOPCon-Technologie. Während der Ausblick für die Aufträge korrigiert wurde, bleibt die Prognose für die Gesamtleistung sowie das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) für 2026 unverändert.
Finanzielle Basis und operative Entwicklung
Blickt man auf das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025 zurück, zeigt sich eine stabile operative Grundlage. Centrotherm erwirtschaftete einen Umsatz von 211,1 Millionen Euro. Dabei erwies sich das Segment Halbleiter als eine der tragenden Säulen des Geschäfts. Parallel dazu konnte das Unternehmen seine Bilanzqualität festigen: Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zum Stichtag Ende März auf 31,7 Prozent. Diese Kennzahlen unterstreichen die solide Aufstellung vor dem Hintergrund der laufenden strukturellen Veränderungen.
Squeeze-Out und aktuelle Marktbewertung
An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 9,25 Euro. Dieser Preis liegt über dem Niveau, das im Rahmen des laufenden Squeeze-Out-Verfahrens festgelegt wurde. Die Hauptaktionärin Centrotherm AcquiCo AG hatte die Barabfindung für die verbliebenen Minderheitsaktionäre auf 8,74 Euro je Aktie festgesetzt. Ein gerichtlich bestellter sachverständiger Prüfer stellte die Angemessenheit dieser Summe bereits im Vorfeld der für den 30. Juni geplanten Hauptversammlung in Aussicht. Die Differenz zwischen Börsenkurs und Abfindungsangebot deutet auf eine abweichende Einschätzung des Marktes hin.
Die Kursentwicklung war in den vergangenen Monaten von einer hohen Dynamik geprägt. Momentan notiert das Papier 38 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 14,90 Euro. Dennoch verzeichnet der Wert im Vergleich zum Kursniveau vor rund 12 Monaten ein deutliches Plus von 83 %.
Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund der geänderten Eigentümerstruktur: Der Investor Ardian hatte im vergangenen Jahr 90 Prozent der Anteile übernommen, während die Solarpark Blautal GmbH eine Minderheitsbeteiligung behielt. Die Integration in die neue Konzernstruktur und die Fokussierung auf Wachstumsmärkte wie Indien bleiben damit die zentralen Themen für das Unternehmen.
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