Centene Aktie: Prognose nach oben
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 18:29 Uhr | Redaktion boerse-global.deCentene hebt nach dem dritten Quartal seine Gewinnprognose für 2026 an. Der Krankenversicherer verbucht zwar unterm Strich einen kleinen Verlust, operativ läuft es aber besser als erwartet. Im vorbörslichen Handel gab die Aktie dennoch um knapp vier Prozent auf 65,50 Dollar nach.
Verlust schrumpft, bereinigter Gewinn steigt
Der Nettoverlust lag bei 71 Millionen Dollar, je Aktie also bei 0,14 Dollar. Ein Jahr zuvor stand wegen einer milliardenschweren Goodwill-Abschreibung ein Minus von 6,6 Milliarden Dollar in den Büchern. Bereinigt verdiente Centene 0,58 Dollar je Aktie, nach 0,50 Dollar im Vorjahresquartal.
Belastet wurde das GAAP-Ergebnis vor allem durch Abfindungs- und Beratungskosten im Rahmen der laufenden Konzernoptimierung. Der Umsatz stieg leicht auf 50,6 Milliarden Dollar.
Die Medizinkostenquote blieb mit 92,7 Prozent auf Vorjahresniveau, fiel nach Unternehmensangaben aber besser aus als erwartet. Treiber war das Medicare-Geschäft. Im Marketplace sorgten bessere Preise und der Risikoausgleich für Entlastung.
Verschiebungen im Geschäftsmix
Die Zusammensetzung des Geschäfts ändert sich spürbar. Die Marketplace-Mitgliederzahl sank binnen eines Jahres von 5,8 auf 3,4 Millionen. Die Einnahmen im Commercial-Segment gingen um 21 Prozent zurück. Dafür legte das Medicare-Geschäft um 20 Prozent zu, getragen vom Wachstum bei den Arzneimittelplänen mit nun fast 9 Millionen Versicherten.
Auch bei den Kosten kommt Centene voran. Die bereinigte Verwaltungskostenquote sank auf 6,5 Prozent, nach 7,0 Prozent im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten fiel binnen eines Quartals von 59.800 auf 53.900.
Höhere Prognose, weniger Schulden
Für 2026 erwartet der Konzern nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von mehr als 5,20 Dollar, das sind 0,40 Dollar mehr als zuvor. Der GAAP-Gewinn soll über 3,46 Dollar liegen. Die Spanne der Medizinkostenquote senkte das Management auf 90,4 bis 91,1 Prozent.
Zugleich baut Centene Verbindlichkeiten ab. Die Schulden sanken seit Ende Juni um 1,1 Milliarden Dollar, im Oktober löste das Unternehmen die Anleihen mit Fälligkeit 2027 vollständig ab. Das Rückkaufprogramm für Anleihen wurde um 2 Milliarden Dollar aufgestockt. Der operative Cashflow war im Quartal mit minus 3,7 Milliarden Dollar negativ, was das Unternehmen mit dem Timing von Durchleitungs- und Prämienzahlungen erklärt.
Konzernchefin Sarah London sprach von einer schneller als erwartet verlaufenden Erholung. Auf der Telefonkonferenz am Dienstagnachmittag deutscher Zeit stand die Prognose für 2027 im Mittelpunkt. Dort will das Management den Fortschritt fortschreiben.
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