CATL Aktie: Produktion sinkt um fast 10 Prozent
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der weltweit führende Batteriehersteller CATL sieht sich mit einer Häufung negativer Nachrichten konfrontiert, die den Aktienkurs am Freitag belasteten. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen für den laufenden Monat eine Kürzung der Produktion um fast 10 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Diese Entwicklung kommt für Marktbeobachter überraschend, da saisonal üblicherweise ein Wachstum zwischen 5 und 10 Prozent erwartet worden wäre. Die Aktie reagierte mit Abschlägen und schloss gestern bei 330,51 CNY, was einem Rückgang von 2,2 Prozent entspricht. Damit notiert das Papier nun 29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Automobilhersteller forcieren eigene Batteriepläne
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für die langfristige Perspektive ist das Bestreben großer Automobilhersteller, ihre Abhängigkeit von CATL zu verringern. Am Dienstag gab Li Auto bekannt, künftig verstärkt auf Eigenentwicklungen zu setzen.
Während die kommenden Modelle MEGA und i9 zunächst noch CATL-Batterien nutzen werden, plant der Hersteller, seine gesamte Flotte ab der zweiten Jahreshälfte 2026 schrittweise auf ein selbst entwickeltes 5C-Lithium-Batteriesystem umzustellen.
Parallel dazu treibt auch Xiaomi Auto seine Unabhängigkeit voran. Am vergangenen Freitag wurde eine strategische Partnerschaft mit den Wettbewerbern CALB und Sunwoda für das Projekt „Xiaomi Longjia Battery“ bekannt.
Xiaomi übernimmt dabei federführend das Design und die Entwicklung der Batteriepakete sowie die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette von den Rohstoffen bis zur Zellproduktion. Diese Trends deuten darauf hin, dass CATL in seinem Kernmarkt zunehmend unter Wettbewerbsdruck gerät.
Operative Rückschläge in China und Ungarn
Zusätzlich zu den Marktanteilsrisiken belasten operative Hürden das Tagesgeschäft. Die Lithiummine Jianxiawo in der Provinz Jiangxi musste ihren Betrieb einstellen, nachdem Umweltgenehmigungen widerrufen wurden. Hintergrund ist ein Streit über das Rückhaltebecken der Mine, der bereits zu zahlreichen Beschwerden führte.
Experten haben die Prognose für die dortige Fördermenge im Jahr 2026 bereits von ursprünglich 62.500 Tonnen auf 32.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent halbiert. Da die Umweltverträglichkeitsprüfung bis weit in das Jahr 2027 andauern könnte, bleibt die Rohstoffversorgung aus dieser Quelle auf absehbare Zeit eingeschränkt.
Auch das europäische Expansionsgeschäft verläuft nicht reibungslos. Am Sonntag wurden drei Produktionsbereiche im neuen Werk im ungarischen Debrecen vorübergehend stillgelegt. Grund hierfür waren erhöhte Nickelwerte, die bei mehreren Mitarbeitern gemessen wurden.
Strategische Kooperation mit Schaeffler
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten arbeitet CATL an der technologischen Weiterentwicklung für den europäischen Markt. Ende August unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit Schaeffler. Ziel der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Entwicklung von Batteriemanagementsystemen und integrierten Stromversorgungen.
Durch die Kombination von Steuerung, Energieverteilung und Spannungswandlung sollen das Gewicht reduziert und die Reichweite von Elektrofahrzeugen erhöht werden. Ob diese strategischen Partnerschaften ausreichen, um die Verluste bei chinesischen Großkunden zu kompensieren, bleibt für Investoren das zentrale Thema der kommenden Monate.
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