Carrefour Aktie: Will Codifrance von Colruyt übernehmen
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 19:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der französische Einzelhandelskonzern Carrefour nimmt das Segment der kleineren Nachbarschaftsmärkte ins Visier. Das Unternehmen hat dem belgischen Wettbewerber Colruyt ein Übernahmeangebot für dessen Tochtergesellschaft Codifrance vorgelegt. Die Offerte beläuft sich auf 155 Millionen Euro und zielt auf ein Netz von rund 3.000 kleineren Verkaufsstellen ab.
Nach Prüfung des Angebots durch Colruyt Ende vergangener Woche gilt die Transaktion als aussichtsreich, wenngleich noch operative Details auszuhandeln sind. Für Codifrance, das im Jahr 2025 einen Umsatz von 300 Millionen Euro erwirtschaftete, lag im Juli bereits ein Konkurrenzangebot von Les Mousquetaires über mehr als 120 Millionen Euro vor.
Zeitgleich treibt Carrefour Initiativen im Convenience-Segment auch im Ausland voran. Nach einer Pilotphase mit zehn Standorten visieren die Partner mittelfristig 100 Verkaufsstellen an, die Flächen zwischen 50 und 250 Quadratmetern abdecken.
Kursrückgang im schwächeren Marktumfeld
An der Börse geriet das Papier des Handelsriesen heute dennoch unter Druck. Die Carrefour-Aktie notiert bei 16,23 Euro, was einem Tagesverlust von 2,7 Prozent entspricht. Das Unternehmen bringt damit eine Marktkapitalisierung von 11,46 Milliarden Euro auf die Waage.
Neben den strategischen Zukäufen steht der Konzern auch im Heimatmarkt unter anhaltendem Margendruck. Angesichts der angespannten Budgets vieler privater Haushalte verschärfte Carrefour zuletzt gemeinsam mit anderen französischen Lebensmittelhändlern den Preiswettbewerb und weitete Rabattaktionen auf Tausende Alltagsprodukte aus.
Datenvorfall bei externem Dienstleister
Zusätzliche Aufmerksamkeit erfordert derzeit ein Vorfall bei einem externen Logistik-Dienstleister. Carrefour informierte Kunden zu Wochenbeginn über einen unbefugten Datenabfluss, der durch eine Sicherheitslücke beim Partnerunternehmen Shipup ausgelöst wurde. Betroffen sind Kontaktdaten wie Namen, Telefonnummern und Mailadressen. Passwörter oder Bankdaten wurden nach Angaben des Konzerns nicht kompromittiert.
Trotz der aktuellen operativen Herausforderungen hält das Management an seinen Jahreszielen fest.
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