Carnival Aktie: Stahlschnitt für Tropicale begonnen
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Kreuzfahrtriese Carnival verzeichnete zum Ende der Handelswoche wichtige Impulse sowohl durch operative Fortschritte als auch durch eine positivere Einschätzung seitens der Analysten. Während in Deutschland der Bau eines neuen Flaggschiffs begann, hoben Experten ihre Einschätzungen für die Aktie deutlich an. Das Unternehmen reagiert damit auf eine Phase der Kurschwäche und setzt auf den Ausbau seiner modernsten Schiffsklasse.
Stahlschnitt in Papenburg für die „Carnival Tropicale“
Am Freitag markierte der offizielle Baubeginn der „Carnival Tropicale“ auf der Meyer Werft in Papenburg einen strategischen Meilenstein für die Flottenplanung von Carnival Cruise Line. Mit dem traditionellen Stahlschnitt startete die Fertigung des fünften und letzten Schiffes der sogenannten Excel-Klasse.
Für den neuen CEO der Meyer Werft, André Walter, stellt dieses Projekt das erste große Vorhaben seit seinem Amtsantritt im Juli dar. Der Neubau wird eine Länge von rund 344 Metern und eine Breite von 42 Metern aufweisen.
Das Schiff ist auf eine Kapazität von über 6.400 Passagieren ausgelegt und wird mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben, was den Fokus des Konzerns auf emissionsärmere Antriebstechnologien unterstreicht.
Zu den Ausstattungsmerkmalen an Bord gehören unter anderem ein Wasserpark mit sechs Rutschen sowie ein Minigolf-Parcours im Stil der legendären Route 66. Die „Carnival Tropicale“ folgt auf die bereits im Dienst befindliche „Carnival Jubilee“ und das für 2027 geplante Schwesterschiff „Carnival Festivale“.
TD Cowen hebt Daumen für Carnival-Aktie
Parallel zu den baulichen Fortschritten erhielt die Aktie des Unternehmens, die unter dem Kürzel CCL geführt wird, Rückenwind von der Analysefront. Die Experten von TD Cowen stuften den Wert am Freitag auf „Strong Buy“ hoch.
In ihrer Begründung verwiesen die Analysten auf die zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen für das zweite Quartal, in denen Carnival die Erwartungen übertreffen konnte. Das Unternehmen meldete einen Gewinn je Aktie von 0,41 US-Dollar, während der Marktkonsens lediglich von 0,34 US-Dollar ausgegangen war.
Auch für das gesamte Geschäftsjahr 2026 zeigt sich das Management optimistisch und gab eine Zielgröße für den Gewinn je Aktie von 2,22 US-Dollar aus. Neben Carnival wurde im Sektor der Kreuzfahrtgesellschaften auch die Konkurrenz von Norwegian Cruise Line durch TD Cowen heraufgestuft. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten für die Carnival-Papiere wird derzeit mit 35,08 US-Dollar beziffert, wobei die allgemeine Stimmung am Markt als moderat kaufoptimistisch beschrieben werden kann.
Kursreaktion und Buchungsstart für 2028
An der Börse sorgten die Nachrichten zum Wochenausklang für eine leichte Erholung. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 22,75 USD, was einem Tagesgewinn von 1,2 % entspricht. Trotz dieses Zuwachses steht für die Aktie über einen Zeitraum von 30 Tagen ein Rückgang von 18 % zu Buche. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 29,8 befindet sich das Papier jedoch in einem Bereich, der rein technisch oft als überverkauft gilt.
Anleger und Kunden können bereits jetzt auf die künftige Kapazitätserweiterung reagieren, da Carnival die Buchungssysteme für die „Carnival Tropicale“ geöffnet hat. Das Schiff soll am 15. April 2028 von Galveston in Texas aus zu seiner Jungfernfahrt in die Westkaribik aufbrechen. Die angebotenen Routen umfassen Reisen zwischen vier und acht Tagen.
Eine viertägige Kreuzfahrt wird bereits ab einem Einstiegspreis von 519 US-Dollar angeboten, während längere Fahrten zu Zielen wie den Bahamas je nach Ausstattung bis zu 954 US-Dollar kosten können. Die Erweiterung der Kapazitäten in Texas gilt als Reaktion auf die hohe Nachfrage in diesem regionalen Markt.
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