Cardinal Health Aktie: Hollar plant Praxiszukäufe
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 16:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Gesundheitskonzern Cardinal Health forciert den Ausbau seiner Dienstleistungen für spezialisierte Arztpraxen. Konzernchef Jason Hollar sieht weiteren Spielraum für Übernahmen unabhängiger Praxen in den Fachbereichen Gastroenterologie und Urologie. Am Markt stieß die strategische Ausrichtung heute auf Zuspruch: Im Tagesverlauf legte das Papier um 4,2 % auf 204,90 € zu. Damit notiert der Wert 5,1 % unter dem 52-Wochen-Hoch.
Gezielte Zukäufe in der Spezialversorgung
Hollar bekräftigte am 21. September die Marschroute bei Zukäufen. Im Fokus stehen ergänzende Akquisitionen, um die bestehenden Plattformen in der Onkologie, der Urologie sowie bei Autoimmun- und Magen-Darm-Erkrankungen zu stärken. Das Unternehmen setzt dabei gezielt auf Netzwerke niedergelassener Mediziner, um die Betreuung außerhalb von Krankenhäusern enger an die eigenen Versorgungsstrukturen zu binden.
Dieser Ausbau soll die Position des Konzerns im margenstärkeren Geschäft mit spezialisierten Therapien festigen. Durch die Bündelung von Praxismanagement und Logistik sichert sich Cardinal Health einen direkten Zugang zu wachsenden Segmenten der ambulanten Patientenversorgung.
Gelassenheit bei der US-Arzneimittelreform
Mögliche Belastungen durch regulatorische Eingriffe sieht die Unternehmensführung gelassen. Wie Hollar am 22. September darlegte, dürften die Preisänderungen durch den US-amerikanischen Inflation Reduction Act die Wirtschaftlichkeit der Praxismanagement-Organisationen nicht wesentlich beeinträchtigen.
Die Erlösstruktur biete einen natürlichen Puffer gegen striktere Preisvorgaben bei Medikamenten. In den größeren Einheiten für Urologie und Gastroenterologie entfällt lediglich rund ein Drittel der Umsätze auf Arzneimittelausgaben. Der überwiegende Teil der Erlöse resultiert aus Patiententerminen sowie medizinischen Eingriffen vor Ort.
Langfristige Finanzziele bilden den Rahmen
Die Expansion stützt die vor gut drei Wochen kommunizierten Renditeziele. Auf einer Branchenkonferenz hatte Hollar ein bereinigtes Wachstum des Ergebnisses je Aktie für das Geschäftsjahr 2027 von 13 % bis 15 % in Aussicht gestellt. Dieser Zuwachs soll in erster Linie aus dem operativen Geschäft erwirtschaftet werden. Längerfristig strebt das Management eine jährliche Steigerung des Ergebnisses je Aktie zwischen 12 % und 14 % an.
Auf Investorenseite sorgt der Kurs für Engagement: Medienberichten zufolge baute der Vermögensverwalter Envestnet Portfolio Solutions seinen Bestand an Cardinal Health im zweiten Quartal um 7.553 Papiere auf 17.879 Aktien aus.
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