Cardano: Grayscale zieht sich zurück, Wale kaufen
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 03:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ausgerechnet zwei Tage bevor Cardano eine entscheidende Hürde für einen Spot-ETF nahm, zog Grayscale seinen Antrag zurück. Der Vermögensverwalter reichte am 7. August drei Rücknahmen ein — für Cardano, Polkadot und Hedera. Wer daraus eine Absage der Behörden liest, irrt: Es handelt sich um einen freiwilligen Schritt, keine Ablehnung.
Der Zeitpunkt bleibt trotzdem bemerkenswert. Am 9. August erfüllte ADA nach sechs Monaten regulierten Futures-Handels an der CME die Bedingungen für ein vereinfachtes Zulassungsverfahren, das eine Notierung binnen 75 Tagen ermöglichen würde.
Grayscale verzichtete ausgerechnet jetzt auf seinen eigenen Antrag — könnte aber jederzeit neu einreichen. Fünf weitere Anbieter, darunter Bitwise, VanEck und 21Shares, halten aktive Anträge. Das früheste Entscheidungsfenster liegt um den 23. Oktober.
Wale kaufen, während der Kurs schwächelt
Seit dem 12. August erwarben große Wallets rund 110 Millionen ADA. Der Kurs selbst notiert bei etwa 0,177 Dollar und damit rund 94 Prozent unter dem Rekordhoch von 3,09 Dollar aus dem September 2021. Die Diskrepanz zwischen institutionellem Zögern bei ETF-Anträgen und dem Kaufverhalten großer Adressen zeichnet ein gespaltenes Bild: Der eine Teil des Marktes wartet auf regulatorische Klarheit, der andere positioniert sich bereits.
Im Netzwerk selbst geht die Entwicklung unabhängig davon weiter. Die erste Phase der sogenannten Dijkstra-Ära ist für Ende 2026 terminiert, der Amaru Node soll ab November Blöcke im Mainnet produzieren. Der Kurs spiegelt diese technische Weiterentwicklung bislang kaum wider.
Was der Rückzug wirklich bedeutet
Der Schritt von Grayscale sagt vermutlich mehr über die Wirtschaftlichkeit kleinerer Altcoin-Fonds als über die Substanz des Cardano-Netzwerks selbst aus. Ein ETF-Produkt für ein Nischen-Asset lohnt sich für einen Anbieter nur, wenn die Nachfrage die Auflagekosten rechtfertigt — offenbar war das für Grayscale zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Fall. Die übrigen fünf Antragsteller halten dagegen an ihren Bewerbungen fest.
Bis zum Oktober-Fenster bleibt die ETF-Frage für ADA ungeklärt. Ob die verbliebenen Anbieter grünes Licht erhalten, entscheidet sich frühestens dann — die Kaufaktivität der großen Wallets liefert bis dahin den einzigen handfesten Hinweis darauf, wie Marktteilnehmer die Situation einschätzen.
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