Capricor: Oppenheimer und Cantor stufen hoch
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 16:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Capricor Therapeutics verzeichnet am heutigen Mittwoch einen deutlichen Wertzuwachs von 13 Prozent und notiert bei 7,84 Euro. Auslöser für den Kursanstieg sind massive Heraufstufungen durch renommierte Analysehäuser, die auf eine geänderte regulatorische Strategie des Unternehmens reagieren.
Nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA die Prüffrist für die Zelltherapie Deramiocel verlängert hat, schöpfen Anleger neue Hoffnung für eine mögliche Zulassung des Mittels zur Behandlung von Duchenne-Muskeldystrophie (DMD).
FDA-Verlängerung als Hoffnungsschimmer
Die FDA hat das Zieldatum für eine Entscheidung über den Zulassungsantrag (BLA) für Deramiocel vom 22. August auf den 22. November 2026 verschoben. Grund für diese dreimonatige Verlängerung ist die Einreichung neuer 24-Monats-Daten aus der offenen Phase-3-Studie HOPE-3 durch Capricor. Die Behörde stufte diese Nachreichung als wesentliche Änderung („Major Amendment“) ein, was die zusätzliche Prüfungszeit erforderlich macht.
Analysten werten diesen Schritt überwiegend positiv. Die Experten von Oppenheimer haben die Aktie von „Perform“ auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von 54 US-Dollar ausgegeben. Parallel dazu hob Cantor Fitzgerald die Einstufung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 28 US-Dollar an.
Die Analysten sehen in der Akzeptanz der neuen Daten durch die FDA einen verbesserten Pfad für die Zulassung, wobei der Fokus nun verstärkt auf der Funktion der oberen Extremitäten (PUL 2.0) liegt. Dies folgt auf ein Votum eines FDA-Beratungsausschusses vor rund einem Monat, der sich zwar mit 9 zu 3 Stimmen gegen die Wirksamkeit bei Kardiomyopathie aussprach, aber Unterstützung für die Indikation zur Verbesserung der Armfunktion signalisierte.
Kapitalreserven und aktivistischer Druck
Trotz der jüngsten Kursgewinne weist das Papier seit Jahresanfang ein Minus von 69 Prozent auf. Das Unternehmen konzentriert seine Ressourcen derzeit fast ausschließlich auf den Zulassungsprozess von Deramiocel und hat andere Pipeline-Projekte vorerst pausiert.
Die finanzielle Situation von Capricor bleibt dabei ein zentraler Faktor für Investoren: Zum Ende des zweiten Quartals 2026 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 237,9 Millionen US-Dollar. Dem steht ein Nettoverlust von 40,7 Millionen US-Dollar im selben Quartal gegenüber, in dem keine Umsätze erzielt wurden.
Zusätzliche Dynamik entsteht durch den Einstieg des aktivistischen Investors Kaos Capital. Dieser forderte in einem Schreiben am 21. August personelle Veränderungen im Board of Directors sowie eine striktere Strategie zum Kapitalerhalt. Laut Medienberichten verlangt der Investor zudem die Einberufung einer Aktionärsversammlung, um über die strategische Ausrichtung des Unternehmens vor der endgültigen FDA-Entscheidung im November zu beraten.
Rechtliche Hürden durch Sammelklagen
Überschattet wird die operative Entwicklung von einer Reihe angekündigter Sammelklagen wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs. Mehrere US-Anwaltskanzleien, darunter Glancy Prongay Wolke & Rotter sowie die Pomerantz Law Firm, rufen Aktionäre dazu auf, sich bis zum 28. September 2026 als Hauptkläger zu melden.
Den Klagen liegen Vorwürfe zugrunde, Capricor habe irreführende Angaben zum statistischen Analyseplan für Deramiocel gemacht. Insbesondere wird moniert, dass Änderungen an diesem Plan nicht vorab mit der FDA abgestimmt gewesen seien. Diese Unstimmigkeiten waren in FDA-Briefingunterlagen Ende Juli ans Licht gekommen, was damals zu einem massiven Kurseinbruch führte.
Während das Unternehmen nun versucht, die regulatorischen Bedenken durch die neuen Langzeitdaten aus der HOPE-3-Studie auszuräumen, bleibt die rechtliche Aufarbeitung der vergangenen Kommunikation ein Risikofaktor für die kommenden Monate.
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