Campbell Soup Aktie: Dividendenkürzung schockt Anleger
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 13:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Drittel weniger Dividende, eine verfehlte Umsatzprognose und ein zurückhaltender Ausblick fürs neue Geschäftsjahr — Campbell Soup hat seine Aktionäre am Donnerstag mit gleich mehreren negativen Nachrichten auf einmal konfrontiert. Die Aktie brach im vorbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent ein und rutschte damit nahe an ihr 52-Wochen-Tief von 19,55 Dollar.
Im vierten Geschäftsquartal des am 2. August 2026 beendeten Fiskaljahres 2026 sank der Nettoumsatz um acht Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar — und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten von etwa 2,15 Milliarden Dollar.
Der bereinigte Gewinn je Aktie brach um 37 Prozent auf 0,39 Dollar ein. Die bereinigte Bruttomarge schrumpfte um 190 Basispunkte auf 28,6 Prozent, belastet von Kosteninflation von fast sechs Prozent.
Dividende halbiert Cash-Abfluss, Schuldenlast bleibt hoch
Der eigentliche Paukenschlag der Nachrichtenflut betrifft aber die Ausschüttung: Campbell Soup kürzt die Quartalsdividende von 39 auf 25 Cent je Aktie — ein Rückgang von 36 Prozent.
Konzernchef Mick Beekhuizen bezeichnete den Schritt als schwierig, aber notwendig, um jährlich rund 170 Millionen Dollar zusätzlich für den Schuldenabbau freizusetzen. Trotz der Kürzung liegt die Dividendenrendite noch bei etwa 7,2 Prozent, und das Unternehmen zahlt seit 56 Jahren ununterbrochen Dividenden.
Der Grund für die Eile: Die Nettoverschuldung liegt beim 4,3-Fachen des operativen Gewinns, das Zielband des Managements liegt bei etwa dem Dreifachen. Parallel dazu kündigte Campbell ein neues Sparprogramm an, das bis zum Geschäftsjahr 2030 Einsparungen von 500 Millionen Dollar bringen soll — unter anderem durch die Schließung zweier Snacks-Werke und einen Stellenabbau von rund 13 Prozent der Gehaltsbelegschaft.
Snacks bleiben die Problemzone
Die Kluft zwischen den beiden Geschäftsbereichen wird immer deutlicher. Während die Sparte Meals & Beverages dank Marken wie Rao's und Swanson um drei Prozent organisch wuchs, brach der Snacks-Bereich um sechs Prozent ein — salzige Snacks wie Chips und Pretzel litten besonders unter scharfem Wettbewerb und Konsumzurückhaltung bei preisbewussten Käufern.
Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet Campbell mit einem Umsatzrückgang zwischen zwei und vier Prozent sowie einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,65 bis 1,80 Dollar — ein Rückgang von bis zu 24 Prozent gegenüber dem abgelaufenen Jahr. Bereits vor den Zahlen hatte Barclays die Aktie mit "Sell" eingestuft, Evercore ISI senkte sein Kursziel Ende August auf 22 Dollar.
Beekhuizen selbst räumte ein, die Ergebnisse seien "inakzeptabel". Das Management verspricht Besserung durch Preismaßnahmen, ein gestrafftes Marketingbudget und den Fokus auf margenstarke Marken wie Rao's und Goldfish — Fortschritte sollen sich laut Unternehmensangaben aber erst im Verlauf des Geschäftsjahres 2027 zeigen, mit spürbarer Wirkung ab dem zweiten Quartal.
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