Cameco Aktie: Westinghouse plant Börsengang
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 06:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Nukleardienstleister Westinghouse Electric zeichnet sich ein milliardenschwerer Börsengang in den USA ab. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, strebt das Unternehmen bei seinem geplanten Debüt an der Wall Street eine Bewertung von mehr als 50 Milliarden US-Dollar an.
Für den kanadischen Urankonzern Cameco birgt dieser Schritt erhebliches Neubewertungspotenzial, da das Unternehmen eine Beteiligung von 49 Prozent an dem Reaktorspezialisten hält. Die Mehrheit von 51 Prozent liegt bei Brookfield Renewable Partners.
Öffentlicher Antrag könnte im Oktober folgen
Den ersten formalen Schritt leitete Westinghouse bereits Ende Juli mit der vertraulichen Einreichung eines Registrierungsentwurfs bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Laut Bloomberg könnte die öffentliche Einreichung nun bereits im Oktober erfolgen.
Begleitet wird die Emission von den federführenden Investmentbanken Goldman Sachs und Citigroup, während Institute wie JPMorgan, die Canadian Imperial Bank of Commerce sowie die Royal Bank of Canada ebenfalls am Konsortium beteiligt sind. Die genauen Bewertungsdetails und der Zeitpunkt können sich im weiteren Verlauf des Verfahrens noch verschieben.
Gemeinsam hatten Cameco und Brookfield den Reaktorbauer im November 2023 für rund 8,2 Milliarden US-Dollar übernommen. Sollte Westinghouse bei dem Börsengang tatsächlich mit über 50 Milliarden US-Dollar bewertet werden, würde das Gemeinschaftsunternehmen ein Vielfaches des damaligen Kaufpreises auf die Waage bringen.
Eine Notierung am Kapitalmarkt dürfte damit für Cameco eine transparente Preisfindung für diesen strategischen Unternehmensteil schaffen, der bislang nicht vollständig im aktuellen Kursgefüge abgebildet ist.
Rückenwind durch staatliche Reaktorprogramme
Flankiert werden die Pläne durch die Nuklearstrategie der US-Regierung. Das US-Energieministerium stellte im Juni eine bedingte Kreditzusage über 17,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht, die den Bau von bis zu zehn Einheiten des Westinghouse-Reaktortyps AP1000 unterstützen soll.
Insgesamt belaufen sich die staatlich geförderten Reaktorprojekte auf ein Volumen von mindestens 80 Milliarden US-Dollar, wobei der Baubeginn für die neuen Anlagen um das Jahr 2030 herum avisiert ist.
Vor diesem Hintergrund wird die Beteiligung zunehmend zu einer tragenden Säule für das mittelfristige Gewinnprofil des kanadischen Urankonzerns. An den Finanzmärkten schloss die Cameco-Aktie am Freitag bei 80,46 Euro, was einer leichten Tagesveränderung von minus 0,4 Prozent entspricht. Damit wird der Konzern derzeit mit einer Marktkapitalisierung von 34,50 Milliarden Euro bewertet – eine Summe, die im Verhältnis zur angestrebten Bewertung von Westinghouse die Bedeutung des anstehenden Börsengangs für die Kanadier unterstreicht.
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