CAF, Kopenhagens

CAF: Für Kopenhagens M5 präqualifiziert

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der spanische Bahntechnikkonzern ist bei zwei Zugprojekten in der engeren Auswahl; Gewerkschaftskritik könnte das schottische Verfahren beeinflussen.

CAF erreicht Vorauswahl für Bahnaufträge in Dänemark und Schottland
Moderner, automatisierter U-Bahn-Zug in einem hell erleuchteten, minimalistischen Tunnel einer skandinavischen Stadt. Illustration mit AI erstellt.

Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF) behauptet sich im europäischen Schienenverkehrsmarkt bei bedeutenden Großaufträgen. Der spanische Bahntechnikkonzern hat die Vorauswahl für zwei milliardenschwere Beschaffungsprojekte in Dänemark und Großbritannien erreicht, sieht sich parallel dazu jedoch auch mit politischem Gegenwind konfrontiert. An der Börse notierte das Papier am vergangenen Freitag bei einem Schlusskurs von 77,20 Euro und liegt seit Jahresanfang mit 32 Prozent im Plus.

Vorentscheid für Kopenhagener Metrolinie M5

Einen wichtigen Etappensieg erzielte das Unternehmen in Skandinavien. Medienberichten zufolge wurde CAF als Teil des Konsortiums CAF–Holbøll für das Projekt der Kopenhagener U-Bahnlinie M5 präqualifiziert. Der Auftrag umfasst die Lieferung von 14 automatisierten Zügen sowie die dazugehörigen Bahnsysteme.

Neben dem Konsortium um die Spanier wurden lediglich zwei weitere Wettbewerber für das Vorhaben zugelassen: Hitachi Rail STS und der Schweizer Hersteller Stadler. Damit positioniert sich CAF in einem technologisch anspruchsvollen Umfeld für fahrerlose Nahverkehrszüge und sichert sich eine aussichtsreiche Ausgangslage für die finale Vergabe.

Wettbewerb um ScotRail-Flotte und Gegenwind

Parallel dazu steht der Schienenfahrzeughersteller auch im Vereinigten Königreich in der engeren Wahl. Die schottische Verwaltung nahm CAF am 21. September auf die fünf Hersteller umfassende Shortlist für einen Großauftrag der Bahngesellschaft ScotRail. Die Ausschreibung sieht die Beschaffung von 69 elektrischen Zügen vor und beinhaltet zudem eine Option über 37 weitere Einheiten.

Allerdings sorgt die Beteiligung an diesem Verfahren für Kontroversen. Das UN-Menschenrechtsbüro OHCHR aktualisierte seine Datenbank zu Unternehmen, die Aktivitäten im Zusammenhang mit israelischen Siedlungen ausüben, und führt CAF darin auf.

Die Listung rief umgehend Kritik von Gewerkschaften an der Teilnahme der Spanier an der schottischen Zugbeschaffung hervor. Ob dieser Protest Einfluss auf die Vergabeentscheidung der Behörden haben wird, ist derzeit offen.

Kurs bleibt nah am Rekordniveau

Die operative Dynamik spiegelt sich in einer stabilen Verfassung der Aktie wider. Mit dem Kursniveau von 77,20 Euro notiert der Titel nur rund 3,0 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 79,60 Euro, das Mitte September markiert worden war. Die anstehenden Vergabeentscheidungen in Dänemark und Schottland dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob das Papier neue Höchststände ansteuern kann.

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