CAC, Unruhen

CAC 40: Unruhen setzen Paris unter Druck

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 13:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Frankreichs Leitindex verlor zur Mittagszeit fast 1,5 Prozent; hohe Anleiherenditen und Haushaltsstreit belasten zusätzlich.
Menschen auf einem belebten Platz in Paris vor historischer Architektur bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Frankreichs Leitindex gerät unter Druck. Gewalttätige Proteste im Land, Spannungen in Europa und die Lage im Nahen Osten drücken am Montag auf die Stimmung. Der CAC 40 verlor zur Mittagszeit fast 1,5 Prozent und notierte bei 7.838,73 Punkten.

Der Verkaufsdruck zog sich durch fast alle Sektoren. Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor erklärt, nichts rechtfertige die Gewalt, man empfinde "Wut und Scham". Das Wochenende zählte zu den schwersten Unruhetagen seit Jahren, mehr als 1.800 Menschen wurden festgenommen.

Banken und Autowerte vorn bei den Verlusten

Stellantis gab rund 4,3 Prozent nach, Accor verlor 3,4 Prozent. Airbus, Société Générale, BNP Paribas, Crédit Agricole, Michelin und Legrand büßten zwischen 2,5 und 3 Prozent ein. Luxusgüter und Industrie folgten mit Abschlägen von gut 2 Prozent, darunter LVMH, Thales, Safran und Vinci.

Wenige Titel hielten dagegen. Capgemini stieg um 1 Prozent, STMicroelectronics um 0,9 Prozent. Die Börsenbetreiberin Euronext legte fast 2 Prozent zu. TotalEnergies gab nur leicht nach.

Parallel dazu belastet die geopolitische Lage. Die Ukraine griff Russland am Wochenende mit mehr als 1.000 Drohnen an, ein Ölexportterminal in St. Petersburg geriet in Brand.

Anleihemarkt als Risikofaktor

Die Banken stehen auch wegen der Staatsanleihen im Fokus. Zehnjährige französische Papiere rentieren mit rund 4,8 Prozent, im Oktober erreichten sie mit 4,9 Prozent den höchsten Stand seit 24 Jahren. Ende Februar lagen sie noch bei 3,2 Prozent. Capital Economics hält einen weiteren Renditesprung um bis zu 0,1 Prozentpunkte für möglich.

Der Haushalt bleibt der Zündstoff. Das Defizit liegt über 5 Prozent der Wirtschaftsleistung, die Schulden bei fast 120 Prozent. Über Einsparungen von 54 Milliarden Euro wird weiter gestritten. Hinzu kommt der Aufwind für Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon in den Umfragen. Einige Ökonomen sehen beide als Risiko für die Staatsfinanzen.

Der CAC 40 liegt seit Jahresbeginn rund 3 Prozent im Minus, während der Stoxx Europe 600 um 7 Prozent zulegte. Eine so große Lücke gab es zuletzt 2010. Capital Economics-Ökonom Jonas Goltermann hält eine deutliche Entspannung vor der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 für schwer vorstellbar.

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