BYD, Aktie

BYD Aktie: Inlandsabsatz bricht um 35 Prozent ein

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 04:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BYDs Inlandsabsatz fällt um 35 Prozent, während die Auslandsverkäufe um 79 Prozent zulegen. Die internationale Expansion gleicht die Schwäche im Heimatmarkt aus.

BYD-Aktie: Exportboom kompensiert schwache Inlandsnachfrage in China
Moderne Ladestation für Elektrofahrzeuge in einer minimalistischen, atmosphärisch beleuchteten Industriehalle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BYD steckt in China mitten in einer Absatzdelle, während das Auslandsgeschäft für Ausgleich sorgt. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres brach der Inlandsabsatz des Konzerns um 35 Prozent ein, wie aus Daten der China Passenger Car Association hervorgeht, über die Reuters berichtete.

Gleichzeitig legten die Verkäufe außerhalb Chinas im selben Zeitraum um 79 Prozent zu. Der chinesische Gesamtmarkt für Pkw schrumpfte im Juli um 20 Prozent auf 1,47 Millionen Fahrzeuge – bereits der zehnte Rückgang in Folge.

Export als Wachstumstreiber

Die Zahlen zeigen ein Muster, das derzeit die gesamte chinesische Autoindustrie prägt: Während die Binnennachfrage schwächelt, wächst der Absatz jenseits der Landesgrenzen kräftig.

BYD kommt dabei laut den zitierten Branchendaten auf einen Übersee-Absatz von rund 972.800 Elektrofahrzeugen in den ersten sieben Monaten, ein Plus von etwa 78,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Konzern verfolgt Berichten zufolge ein Exportziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen für das laufende Jahr.

In Europa zahlt sich diese Strategie sichtbar aus. Chinesische Marken kamen im ersten Quartal des laufenden Jahres bereits auf 16 Prozent Marktanteil bei Pkw, gegenüber nur 3 Prozent zuvor – bei reinen Elektrofahrzeugen sind es fast 25 Prozent. Um diese Position abzusichern, baut BYD in Szeged in Ungarn ein Werk mit einem Investitionsvolumen von 4 Milliarden Euro.

Die Anlage soll ab dem vierten Quartal mit einer Kapazität von 150.000 Fahrzeugen anlaufen und perspektivisch auf 300.000 ausgebaut werden. Auf den Philippinen wuchsen die Einzelhandelsverkäufe im vergangenen Jahr um 446 Prozent, unterstützt von einem inzwischen auf 81 Händler angewachsenen Netz.

Wettlauf mit Tesla bei Elektrofahrzeugen

Im globalen Vergleich der reinen Batteriefahrzeuge bleibt BYD nach Daten von Bernstein und EV Co. vorn: Im zweiten Quartal setzte der Konzern 557.090 BEVs ab, gegenüber 480.126 bei Tesla.

Im Juni allein kamen bei BYD rund 280.000 BEVs zusammen, ein Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, während Tesla mit etwa 208.000 Einheiten ein Plus von 19 Prozent verzeichnete. Tesla hatte die Führung im ersten Quartal kurzzeitig übernommen, musste sie danach aber wieder abgeben.

Neue Modelle sollen Schwung bringen

Parallel zur Absatzstrategie treibt BYD sein Modellprogramm voran. Für den 21. August ist die Vorbestellung der Da Han angekündigt, die auf der Chengdu Auto Show debütiert – in der Allradversion mit 764 PS und einer Reichweite von 880 Kilometern nach chinesischem CLTC-Zyklus, als Hecktriebler sogar mit bis zu 1.008 Kilometern. Der Preis soll bei umgerechnet rund 44.490 US-Dollar starten.

In China öffneten zudem die Vorbestellungen für den Sealion 08, der in der Elektroversion in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent laden können soll. In Großbritannien kam der Sealion 7 zum Basispreis von 46.990 Pfund auf den Prüfstand und überzeugte Tester mit Reichweite und Ladeleistung, wenn auch das straffe Fahrwerk Kritik einbrachte.

Für Anleger bleibt die Kernbotschaft: Der schwache Heimatmarkt bremst BYD spürbar, doch die internationale Expansion – von Europa über die Philippinen bis zu neuen Modellen – gleicht diese Schwäche bislang aus. Der Kurs der BYD-Aktie notierte zuletzt bei 9,88 Euro und damit rund 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, das im August vergangenen Jahres markiert wurde.

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