BYD, Aktie

BYD Aktie: Exportziel für 2027 auf 2,5 Millionen erhöht

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 19:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BYD hebt seine Exportziele an, während der chinesische Heimatmarkt schwächelt und lokale Werke Handelszölle sowie Kosten im Auslandsgeschäft begrenzen.

E-Limousine an Ladestation vor Shenzhener Wolkenkratzern bei Dämmerung
BYD Company Ltd (CNE100000296) – generische E-Limousine lädt an Shenzhener Ladestation bei farbenprächtiger Abenddämmerung Illustration mit AI erstellt.

BYD schraubt seine Auslandspläne deutlich nach oben. Der chinesische Elektroautobauer strebe laut Deutsche Bank und Citigroup im Jahr 2027 mehr als 2,5 Millionen Fahrzeugexporte an, wie Reuters berichtet.

Für das laufende Jahr 2026 hebt das Unternehmen sein Ziel auf 1,9 bis 2 Millionen Einheiten an – nachdem im März noch 1,5 Millionen und im Januar erst 1,3 Millionen im Raum standen. Die Ansage fällt in eine Phase, in der das Auslandsgeschäft zum zentralen Wachstumstreiber geworden ist, während der Heimatmarkt schwächelt.

Die Zahlen aus dem ersten Halbjahr untermauern den Kurswechsel: BYD lieferte 792.300 New Energy Vehicles ins Ausland aus, ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Übersee-Umsatz kletterte auf 181,3 Milliarden Yuan und übertraf damit erstmals den Inlandsumsatz von 163,2 Milliarden Yuan.

Im August allein exportierte BYD nach Angaben der China Passenger Car Association 184.400 Fahrzeuge – mehr als jeder andere chinesische Hersteller. Auf jedes im Ausland verkaufte Fahrzeug entfällt laut Unternehmensangaben ein Gewinn von umgerechnet rund 2.980 US-Dollar, deutlich mehr als im margenschwachen Heimatmarkt.

Preiskrieg drückt auf das China-Geschäft

Der Grund für den Auslandsschub liegt auch im heimischen Preisdruck. Chinas Pkw-Verkäufe fielen im August um 23,7 Prozent auf 1,55 Millionen Einheiten – der elfte Rückgang in Folge, wie die China Passenger Car Association mitteilte.

Gleichzeitig schossen die landesweiten Autoexporte um 77,5 Prozent auf 894.000 Fahrzeuge nach oben, bei New-Energy-Fahrzeugen betrug das Plus sogar 154,7 Prozent. Bloomberg beschreibt die Entwicklung als Flucht chinesischer Hersteller ins Ausland, während zu Hause die Nachfrage einbricht. BYD und Geely gehören laut Berichterstattung zu den Treibern dieses Exportbooms.

Um Handelshemmnisse zu umgehen, setzt BYD verstärkt auf lokale Fertigung. Nach Einschätzung von Citigroup spart das Unternehmen durch Produktion vor Ort in der EU und in Brasilien mehr als 40.000 Yuan, umgerechnet rund 6.000 US-Dollar, pro Fahrzeug – ein direkter Weg um EU-Einfuhrzölle von rund 27 Prozent auf batterieelektrische Fahrzeuge sowie den brasilianischen Importzoll von 34 Prozent.

Das Werk in Ungarn soll im November oder Dezember den Betrieb aufnehmen, die Fertigung in Brasilien wird auf eine Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen ausgebaut, in Indonesien läuft die Produktion bereits. Parallel investiert BYD in die Ladeinfrastruktur: Bis Ende 2028 sollen weltweit 90.000 Schnellladestationen entstehen, davon 20.000 bereits bis Ende dieses Jahres.

Gerüchte um Auftragsstau dementiert

Für Gesprächsstoff sorgte zudem ein Dementi: BYD wies Berichte über einen angeblichen Auftragsstau von 250.000 Einheiten bei seinen Super-Schnelllademodellen zurück. Unternehmensangaben zufolge steigt die Produktionskapazität der Batterien der zweiten Generation monatlich um 20.000 bis 30.000 Fahrzeuge, ein entsprechender Engpass soll bis zum ersten Quartal 2027 vollständig behoben sein.

An der Börse hat die Wachstumsstory bislang wenig Zugkraft entfaltet. Die Aktie notiert bei 9,22 Euro und damit 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, das am 2. Oktober 2025 markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 14 Prozent zu Buche.

Anleger scheinen die margenträchtige Auslandsexpansion bislang stärker gegen den anhaltenden Preiskampf und die schwache Nachfrage im Heimatmarkt aufzurechnen, als gegen die ambitionierten Exportziele für 2027.

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