BYD, Aktie

BYD Aktie: Auslandsziel für 2026 angehoben

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BYD erwartet 2026 bis zu 2,0 Millionen Auslandsverkäufe, während sinkende Erlöse und ein schwacher Aktienkurs die Expansion überschatten.

E-Limousine an Ladestation vor Shenzhener Wolkenkratzern bei Dämmerung
BYD Company Ltd (CNE100000296) – generische E-Limousine lädt an Shenzhener Ladestation bei farbenprächtiger Abenddämmerung Illustration mit AI erstellt.

BYD schraubt seine Erwartungen für das Auslandsgeschäft kräftig nach oben. Nach Angaben des Managements, die Analysten der Deutschen Bank Anfang September wiedergaben, rechnet der chinesische Autobauer für 2026 nun mit 1,9 bis 2,0 Millionen verkauften Fahrzeugen außerhalb Chinas.

Im Januar hatte das Unternehmen noch 1,3 Millionen angepeilt, im März 1,5 Millionen. Für 2027 soll die Marke von 2,5 Millionen Auslandsverkäufen übertroffen werden.

Die Anhebung fällt in eine Phase, in der BYD sein Heimatgeschäft schwächeln sieht, während internationale Märkte den Konzern stützen.

Der Umsatz im zweiten Quartal sank dagegen um 3,2 Prozent auf 194,6 Milliarden Yuan, das vierte Quartal in Folge mit rückläufigen Erlösen. Der Nettogewinn blieb hinter den Erwartungen mehrerer Analystenhäuser zurück, die im Schnitt mit einem Plus von rund 48 Prozent gerechnet hatten.

Werke in Europa, Produktion in Ungarn ab Jahresende

Die höheren Auslandsziele sind eng mit dem Ausbau der Fertigungskapazitäten außerhalb Chinas verknüpft. Laut Deutscher Bank soll die Montage im ungarischen Werk zwischen November und Dezember 2026 anlaufen. Die Anlage in Indonesien hat die Produktion bereits begonnen, in Brasilien steuert BYD auf eine Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen zu.

Ergänzend berichtete Alfredo Altavilla, der frühere Fiat-Chrysler-Manager, der BYD in Europa berät, bei einer Veranstaltung in Turin, der Konzern plane langfristig vier Werke in Europa – drei Montagewerke sowie eine Fabrik für EV-Batterien.

Ein Engpass bremst das Wachstum vorerst: Für das Schnelllade-System besteht laut Managementangaben ein Auftragsstau von rund 250.000 Einheiten, der durch die Verfügbarkeit der Blade-2-Batterie limitiert ist und sich erst Anfang 2027 auflösen soll. Die Nachfrage übersteigt damit aktuell die Fertigungskapazität für dieses Segment deutlich.

Aggressive Preispolitik in Europa und neue Modelle

Parallel zur Kapazitätsausweitung fährt BYD in Europa eine aggressive Preisstrategie. In Frankreich bewarb das Unternehmen im September Leasingangebote für den ATTO 2 DM-i ab 295 Euro monatlich ohne Anzahlung, während der SEAL U DM-i um 6.800 Euro auf 32.700 Euro reduziert wurde.

In Großbritannien lief zeitgleich die nach eigenen Angaben größte Verkaufsaktion des Unternehmens, mit dem DOLPHIN G DM-i ab 250 Pfund pro Monat. In Australien senkte BYD den Preis für den Atto 1 Essential auf 19.990 australische Dollar und positionierte das Modell damit als günstigsten Neuwagen mit Elektroantrieb im Land.

In China startete zudem die Marke Fang Cheng Bao die Modelle Formula S und Formula S GT, die gezielt gegen den Xiaomi SU7 und den Tesla Model 3 positioniert sind, mit Preisen zwischen 189.900 und 239.900 Yuan.

Kurs bleibt unter Druck

Die operative Dynamik im Ausland spiegelt sich im Aktienkurs bislang nicht wider. Das Papier notiert aktuell bei 9,01 Euro und damit rund 28 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, das im Oktober erreicht wurde. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 8,8 Prozent, seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf 16 Prozent.

Der RSI von 40,7 signalisiert keine überverkaufte Lage, deutet aber auf anhaltend schwache Kursdynamik hin. Für Anleger bleibt damit die Kluft zwischen operativer Auslandsexpansion und Kursentwicklung das zentrale Thema – die angehobenen Verkaufsziele allein haben die Bewertung bislang nicht gestützt.

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