BWX Technologies Aktie: Medizin-Sparte adieu
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 23:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BWX Technologies trennt sich von seinem Medizingeschäft – und hebt im gleichen Atemzug die Jahresprognose an. Zwei Nachrichten, die zeigen, wie konsequent der Nuklearkonzern seinen Fokus schärft.
Verkauf für bis zu 800 Millionen Dollar
BWXT hat eine endgültige Vereinbarung zum Verkauf seiner Medizinsparte an den Private-Equity-Investor Nordic Capital unterzeichnet. Der Deal, der auch das stabile Medizinisotopen-Geschäft von Kinectrics umfasst, ist bis zu 800 Millionen Dollar wert. BWXT behält dabei eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Gesellschaft und will weiterhin spezialisiertes Isotopen- und Radiochemie-Know-how liefern.
Die Sparte war seit der Übernahme 2018 gewachsen – der Umsatz habe sich seither in etwa verdreifacht, so das Management. Der Rückzug soll dennoch Kapital und Managementressourcen für die Kernbereiche freisetzen: nukleare nationale Sicherheit und kommerzielle Kernenergie. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher regulatorischer Genehmigungen und wird bis Ende 2026 erwartet.
Starkes Quartal, angehobene Prognose
Operativ lief es im zweiten Quartal 2026 rund. Der Umsatz stieg auf 901,6 Millionen Dollar, der Nettogewinn lag bei 89,1 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA erreichte 155,5 Millionen Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie 1,07 Dollar.
Vorstandschef Rex Geveden sprach von einer Nachfrage nach neuen Nuklearlösungen, die "bemerkenswert tief und breit" sei. Zum 1. Juli hatte BWXT zudem die Übernahme der Precision Components Group abgeschlossen und sich damit eine eigene US-Fertigungsbasis für kommerzielle Nuklearkomponenten gesichert.
Gestützt auf die erste Jahreshälfte und den PCG-Beitrag hebt das Unternehmen seine Jahresziele an. Das bereinigte EBITDA soll nun zwischen 662 und 672 Millionen Dollar liegen, der bereinigte Gewinn je Aktie zwischen 4,70 und 4,80 Dollar. Beim freien Cashflow rechnet BWXT mit 345 bis 360 Millionen Dollar.
Auf der operativen Ebene bleibt das Unternehmen auch im Reaktorgeschäft aktiv: Die kanadische Tochter BWXT Canada liefert Brennstab-Hardware für ein Demonstrationsprojekt des Thorium-Fuel-Entwicklers Clean Core Thorium Energy, das am kanadischen Nuklearlabor Chalk River gefertigt wird – ein weiteres Beispiel für die wachsende Rolle des Konzerns als Zulieferer der nächsten Reaktorgeneration.
Mit dem geplanten Verkauf der Medizinsparte und der gleichzeitig angehobenen Prognose zeichnet BWXT ein klares Bild seiner Strategie: weniger Diversifikation, mehr Fokus auf Nuklearverteidigung und Kernenergie. Der Abschluss der Nordic-Capital-Transaktion bis Jahresende dürfte zeigen, wie schnell sich dieser Umbau in der Kapitalallokation niederschlägt.
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