Broadcom Aktie: Samsung vereinbart Nvidia-Konditionen
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 09:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Konzern Broadcom forciert seinen Angriff auf die marktbeherrschende Stellung von Nvidia im Bereich der Prozessoren für künstliche Intelligenz. Medienberichten zufolge hat das Halbleiterunternehmen mit dem südkoreanischen Speicherhersteller Samsung Lieferpreise für KI-Speicherchips vereinbart, die auf dem Niveau der Konditionen von Nvidia liegen.
Gleichzeitig zeichnet sich ein massiver Ausbau der Kapazitäten ab: Das KI-Unternehmen Anthropic plant, seine auf TPUs von Broadcom basierende Rechenleistung bis 2027 auf 5 Gigawatt auszubauen und bis 2028 auf 10 Gigawatt zu verdoppeln.
Die Vereinbarungen verdeutlichen den strategischen Schwenk großer Technologieanbieter hin zu maßgeschneiderten Spezialchips, sogenannten ASICs. Während Universallösungen wie Grafikkarten von Nvidia bislang den Ausbau der Rechenzentren anführten, suchen führende Betreiber zunehmend nach Architekturen mit höherer Recheneffizienz und geringerem Stromverbrauch.
JPMorgan prognostiziert Machtverschiebung bei KI-Beschleunigern
Für die kommenden Jahre erwarten die Branchenexperten des Instituts dort ein jährliches Wachstum von mehr als 40 Prozent. Broadcom nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein.
Nach Einschätzung des Analysehauses könnten Spezialchips die klassischen GPUs mittelfristig sogar bei den Stückzahlen ablösen. Für das Jahr 2027 rechnet JPMorgan mit Auslieferungen von insgesamt 23,3 Millionen KI-Beschleunigern weltweit. Auf anwendungsspezifische Chips und XPUs sollen dabei 12,5 Millionen Einheiten entfallen, während GPUs auf 10,9 Millionen Einheiten prognostiziert werden.
Kooperationen und Engpässe in der Lieferkette
Neben den Vereinbarungen mit Anthropic treibt Broadcom weitere Megaprojekte voran. In einer Zusammenarbeit mit OpenAI unterstützt das Unternehmen die Entwicklung und Bereitstellung von maßgeschneiderten KI-Beschleunigern mit einer Gesamtkapazität von 10 Gigawatt, wobei OpenAI das Design der Chips und Systeme beisteuert.
Das rasante Wachstum trifft allerdings auf industrielle Kapazitätsgrenzen. Zudem belasten Lieferengpässe bei Komponenten wie Leiterplatten für optische Transceiver sowie Lasern die Fertigungsketten.
Aktie legt an der Börse zu
An den Finanzmärkten sorgte der Ausblick auf das florierende Geschäft mit kundenspezifischen Halbleitern zuletzt für Zuspruch. Die Aktie von Broadcom ging am Freitag mit einem Kursgewinn von 3,2 Prozent bei 315,65 Euro aus dem Handel. Mit diesem Niveau notiert das Papier allerdings weiterhin rund 27 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro, das Anfang Juni erreicht worden war.
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