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Broadcom Aktie: Peking nimmt Marktmacht ins Visier

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinas Vermögensaufsicht untersucht Broadcom-Hardware in staatlichen Rechenzentren und mögliche Wettbewerbsverstöße; ein Verbot ist bislang nicht beschlossen.

Fotorealistisches Rechenzentrum mit Netzwerk-Switches und Glasfaserverkabelung, generisch und markenfrei
Broadcom Inc. (US11135F1012): fotorealistische Aufnahme eines modernen Rechenzentrums mit generischen Netzwerk-Switch-Racks und bunten Glasfaserkabeln Illustration mit AI erstellt.

Ein 90-Prozent-Marktanteil klingt nach Dominanz. Für Broadcom könnte er sich gerade als Achillesferse erweisen.

Die Aktie verlor am Mittwoch 2,6 Prozent auf 354,99 Dollar, nachdem Berichte publik wurden, wonach Chinas staatliche Vermögensaufsicht die Verbreitung von Broadcom-Netzwerk-Switches in staatlich kontrollierten Rechenzentren untersucht.

Erste Erkenntnisse der Prüfung zeigen: Bei manchen staatseigenen Unternehmen stammen bis zu 90 Prozent der eingesetzten Hardware von Broadcom. Genau diese Konzentration weckt nun Sorgen bei Investoren, dass Peking regulatorisch eingreifen könnte.

Antitrust-Frage kommt hinzu

Die Untersuchung von Chinas State-owned Assets Supervision and Administration Commission ist Teil einer breiteren Kampagne für heimische Halbleiter im öffentlichen Sektor. Ein formelles Verbot gibt es bislang nicht – die Prüfung befindet sich noch in der Erhebungsphase, informelle Vorgaben könnten aber folgen.

Aufsehen erregt zusätzlich, dass Regulatoren offenbar auch prüfen, ob Broadcom seine Marktstellung genutzt hat, um Produkte zu bündeln oder staatlichen Käufern hohe Mindestabnahmen aufzuerlegen. Damit bekommt der Fall eine kartellrechtliche Dimension. Profitieren könnten chinesische Anbieter wie Huawei, H3C Technologies und Ruijie Networks, sollte die Beschaffung tatsächlich verlagert werden.

Der Vorgang erinnert an den Ausschluss von Nvidia aus staatlich geförderten Rechenzentren in China – ein Präzedenzfall, der Investoren nun besonders aufhorchen lässt.

Die Kursverluste fielen zudem in einen breiteren Abverkauf von Technologiewerten. US-Anleiherenditen zogen deutlich an, nachdem überraschend starke Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht wurden – die Zehnjahresrendite überschritt am Mittwoch die Marke von 5,0 Prozent. Ein Umfeld, in dem Wachstumswerte generell unter Druck geraten.

Zollpause bringt keine Entspannung für Broadcom

Parallel dazu hat US-Finanzminister Scott Bessent zu Beginn des dreitägigen Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in Washington eine Verlängerung der Zollpause aus dem sogenannten Busan-Abkommen bekanntgegeben.

Statt zum 10. November soll der Aufschub nun bis zum 10. Januar gelten. Für Broadcom ändert das an der Grundproblematik wenig: Die Netzwerk-Switch-Prüfung ist eine gezielte Maßnahme gegen ein einzelnes Unternehmen, kein Teil der allgemeinen Zollverhandlungen.

Für Anleger bleibt die zentrale Unsicherheit bestehen, solange Peking keine formelle Entscheidung trifft. Bis dahin dürfte jede neue Meldung zur China-Prüfung die Aktie unmittelbar bewegen.

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