Broadcom, Aktie

Broadcom Aktie: Käufer verteidigen Marke

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 23:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Broadcom übertrifft im dritten Geschäftsquartal die Vorjahreswerte deutlich, doch die Aktie gibt nach. Analysten bleiben überwiegend zuversichtlich.

Architektur-Render eines modernen Halbleiter-Forschungszentrums mit Glasfassade bei Tageslicht
Broadcom Inc. (US11135F1012): architektonisches 3D-Render zeigt ein modernes Halbleiter-Forschungs- und Bürogebäude mit Glasfassade Illustration mit AI erstellt.

Starke Zahlen, ein selbstbewusster Ausblick – und trotzdem ein Kursrutsch von rund sieben Prozent. Broadcom liefert derzeit ein Lehrstück darüber, wie hoch die Latte für KI-Werte inzwischen hängt. Wer nur "gut" abliefert, wird abgestraft, wenn der Markt "sensationell" erwartet hatte.

Zahlen über Plan, Reaktion trotzdem negativ

Im dritten Geschäftsquartal steigerte Broadcom den Umsatz um 86 Prozent auf fast 30 Milliarden Dollar, der bereinigte operative Gewinn kletterte um 92 Prozent auf gut 20 Milliarden Dollar.

Für das laufende Quartal stellt Konzernchef Hock Tan einen Umsatz von knapp 35 Milliarden Dollar in Aussicht – ein Plus von 93 Prozent zum Vorjahr. Das KI-Chip-Ziel für das Geschäftsjahr 2025/26 hob das Unternehmen leicht auf 58 Milliarden Dollar an, mit Aussicht auf eine Verdopplung auf 230 Milliarden Dollar binnen zwei Jahren.

Analysten hatten genau das erwartet – nicht mehr, nicht weniger. Und genau das wurde dem Konzern zum Verhängnis: Nach den fulminanten Vorlagen von Nvidia in der Vorwoche reichte "im Rahmen der Erwartungen" den Anlegern nicht.

Bernstein-Analyst Stacy Rasgon verweist zudem auf Diskussionen um den wichtigen Kunden Google, der laut Skeptikern künftig weniger auf Broadcom-Chips setzen könnte – Rasgon selbst hält dagegen und verweist auf die günstige Bewertung des Papiers.

Die Aktie fiel zeitweise auf rund 343 Dollar und damit unter die viel beachtete 200-Tage-Linie – nach dem Rekordhoch von fast 495 Dollar Anfang Juni ein herber Rückschlag. Damit sind die seit Jahresbeginn aufgebauten Kursgewinne komplett aufgezehrt.

Trotzdem bleibt das Analystenlager mehrheitlich optimistisch: 57 von 62 Analysten empfehlen den Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 530 Dollar – deutlich über dem bisherigen Rekordhoch. Goldman-Sachs-Analyst James Schneider erhöhte sein Kursziel nach den Zahlen und geht davon aus, dass Broadcom die eigenen Ziele noch übertreffen wird.

Charttechnik zeigt erste Gegenwehr

Im Optionsmarkt zeichnete sich am Donnerstagnachmittag ein Rebound-Versuch ab. Die Aktie fiel intraday bis auf 342,33 Dollar, erholte sich dann aber Richtung 352,64 Dollar.

Auffällig war reges Interesse an September-Calls im Bereich zwischen 350 und 370 Dollar, während gleichzeitig Absicherungen über November-Puts bei der 300-Dollar-Marke gehalten wurden – ein Zeichen dafür, dass der Markt trotz der Verluste nicht mit einem fortgesetzten Ausverkauf rechnet, sich aber auch nicht sicher ist.

Technisch bleibt das Bild angeschlagen: Auf Tages- und Stundenbasis signalisieren die Indikatoren "Strong Sell", der RSI liegt jeweils unter 40. Die Zone zwischen 342 und 347 Dollar gilt als entscheidende Unterstützung.

Hält sie, ist eine Erholung Richtung 357 bis 362 Dollar denkbar. Fällt die Aktie darunter, dürften die nächsten Marken bei 342 und 340 Dollar in den Fokus rücken.

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