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Broadcom Aktie: EU verschärft VMware-Untersuchung

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 13:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Broadcom zahlt 0,65 US-Dollar Dividende, während die EU VMware-Lizenzen prüft und Anleger die Aussichten für das KI-Geschäft abwägen.

Fotorealistisches Rechenzentrum mit Netzwerk-Switches und Glasfaserverkabelung, generisch und markenfrei
Broadcom Inc. (US11135F1012): fotorealistische Aufnahme eines modernen Rechenzentrums mit generischen Netzwerk-Switch-Racks und bunten Glasfaserkabeln Illustration mit AI erstellt.

Broadcom zahlt seinen Aktionären weiter zuverlässig Dividenden – doch die regulatorische Front in Brüssel wird enger. Der Chipkonzern kündigte eine Bardividende von 0,65 US-Dollar mit Ex-Tag 21. September an, ein Routinesignal finanzieller Stabilität. Gleichzeitig verschärfen EU-Wettbewerbshüter ihre Untersuchung zu den VMware-Lizenzbedingungen, die Broadcom seit der Übernahme des Softwareanbieters durchsetzt.

Bislang hat die Kommission keine vorläufigen Maßnahmen gegen Broadcom verhängt, die Untersuchung läuft aber aktiv weiter. Für Anleger bedeutet das: Ein Verfahren ohne Frist, das die Infrastruktursoftware-Sparte belasten könnte, sollte Brüssel zu strengeren Vorgaben kommen.

Die Software-Sparte ist für Broadcom kein Randgeschäft. Im dritten Fiskalquartal, das der Konzern Anfang September vorlegte, blieb die Entwicklung hinter den Erwartungen zurück.

Nervosität um KI-Ausblick hallt nach

Vor gut einer Woche hatte Konzernchef Hock Tan noch einmal betont, dass die Nachfrage nach KI-Chips das Umsatzziel von 115 Milliarden Dollar für das Fiskaljahr 2027 eher übertreffen als verfehlen dürfte.

Tan verteidigte die mittelfristigen Prognosen für 2027 und 2028 auch gegen Anleger-Sorgen, die durch einen Essay von Anthropic-Chef Dario Amodei ausgelöst wurden, in dem dieser zu einem gemäßigteren Tempo bei der Entwicklung von KI-Modellen aufrief.

Am Aktienkurs zeigt sich diese Nervosität bis heute. Das Papier notiert aktuell bei 299,75 Euro und liegt damit rund 9 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 329,38 Euro – ein Zeichen, dass sich der kurzfristige Trend noch nicht gefangen hat, auch wenn der heutige Handelstag mit einem Plus von 1,3 Prozent etwas Entlastung bringt.

Analysten bleiben trotz Skepsis mehrheitlich zuversichtlich

Die Analysten argumentierten, das Risiko einer Insourcing-Strategie durch Google sei im Kurs bereits eingepreist, nachdem die Aktie deutlich von ihrem Jahreshoch 2026 zurückgekommen war.

Broadcom sei aus ihrer Sicht "der sauberste börsennotierte Weg", um am Ausbau der KI-Infrastruktur teilzuhaben – besonders mit Blick auf die anstehende Anthropic-Börsennotierung.

Der VMware-Streit dürfte den Kurs kurzfristig nicht entscheiden, doch er bleibt ein Unsicherheitsfaktor, der die ansonsten robuste operative Entwicklung im Halbleitergeschäft überschatten kann. Anleger sollten beide Fronten – regulatorischen Druck aus Brüssel und die Dynamik der KI-Nachfrage – parallel im Blick behalten.

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