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Broadcom Aktie: Alphabet holt MediaTek ins Boot

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 17:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Broadcom meldete starkes KI-Halbleiterwachstum; künftig hängen weitere Erlöse auch von Kundenprojekten und deren Finanzierung ab.
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Broadcoms Wachstumsaussichten im Geschäft mit kundenspezifischen KI-Chips bleiben hoch. Zugleich verschärft Alphabets breitere Lieferantenstrategie den Wettbewerb. Entscheidend für Anleger ist damit nicht allein die wachsende Nachfrage, sondern auch Broadcoms Anteil an den Aufträgen großer Kunden.

Alphabet setzt auf mehrere Partner

Alphabet arbeitet bei seinen KI-Prozessoren künftig mit unterschiedlichen Entwicklungspartnern. MediaTek ist beim TPU 8t beteiligt, während Broadcom den TPU 8i entwickelt. Damit eröffnet sich für Alphabet eine Alternative zu Broadcom.

Die Analysten von Macquarie schätzen Broadcoms Anteil an Alphabets TPU-Geschäft für dieses Jahr auf 95%. Für das kommende Jahr erwarten sie 80% und für das darauffolgende 65%.

Ein sinkender Anteil bedeutet allerdings nicht zwangsläufig einen schrumpfenden Umsatz. Bei ausreichend starkem Marktwachstum können auch kleinere Anteile höhere Erlöse bringen. Für Anleger verschiebt sich deshalb der Fokus: Neben der gesamten Nachfrage zählt zunehmend die Verteilung der Entwicklungsaufträge.

Wie groß das Geschäft bereits geworden ist, verdeutlichen die von Quartz berichteten Zahlen. Im Quartal bis zum 2. August erreichte Broadcoms KI-Halbleiterumsatz 16,7 Mrd. US-Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 221% gegenüber dem Vorjahr. Für das Oktoberquartal stellte Broadcom 21,7 Mrd. US-Dollar in Aussicht.

Weitere Großkunden sollen Wachstum tragen

Broadcoms Ausbaupläne reichen über Alphabet hinaus. Anthropic soll im nächsten Jahr zum größten XPU-Kunden werden. OpenAI soll im Geschäftsjahr 2028 den zweiten Platz einnehmen. Der Vertrag mit Meta läuft bis 2029.

Diese Kundenbasis bietet die Chance, eine geringere Beteiligung an Alphabets Chipentwicklung aufzufangen. Allerdings bleiben die angekündigten Kapazitäten Zukunftspläne und sind noch keine realisierten Umsätze.

Broadcom erwartet für das kommende Jahr einen Anthropic-Einsatz von 5 GW. Im Geschäftsjahr 2028 sollen bei OpenAI ebenfalls 5 GW hinzukommen. Der erwartete Umsatzsprung setzt damit voraus, dass die Kunden ihre Infrastruktur tatsächlich im geplanten Umfang ausbauen.

Die Finanzierung ist dabei ein wesentlicher Vorbehalt. Broadcom-Chef Hock Tan warnte vor Finanzierungsengpässen beim KI-Infrastrukturausbau. Hohe Nachfrage allein beseitigt dieses Umsetzungsrisiko nicht.

Gewinnschätzungen bleiben unter Beobachtung

Trotz der ambitionierten Wachstumsperspektiven bleiben einzelne Analysten zurückhaltend. Ihre Empfehlung „Halten“ bestätigte sie.

Die kleine Schätzungsänderung steht nicht für einen grundlegenden Bruch der Wachstumserwartungen. Sie unterstreicht aber, dass ein stark expandierender Absatzmarkt nicht automatisch steigende Gewinnprognosen garantiert.

Die Aktie gewinnt heute 3,0%. Die positive Tagesbewegung ändert nichts am zentralen Prüfpunkt: Broadcom muss seine großen Kundenvorhaben in Umsatz umsetzen und zugleich seine Stellung gegenüber zusätzlichen Entwicklungspartnern behaupten. Der KI-Ausbau liefert dafür erhebliche Chancen – Alphabets Lieferantenstrategie zeigt jedoch, warum Marktanteile und Umsetzung ebenso wichtig bleiben wie die Nachfrage.

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