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Bristol-Myers Squibb Aktie: Camzyos-Daten überzeugen trotz CAR-T-Rückschlag

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 05:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bristol-Myers Squibb meldet starke Camzyos-Langzeitdaten und solide Quartalszahlen, kämpft aber mit Rückschlägen bei Zelltherapien.

Bristol-Myers Squibb: Camzyos überzeugt, Zelltherapien bremsen
Modernes pharmazeutisches Labor mit wissenschaftlichen Geräten in einer professionellen, atmosphärischen Darstellung. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb (BMS) sorgt aktuell mit einer zweigeteilten Nachrichtenlage für Aufmerksamkeit an den Märkten. Während das Unternehmen im Rahmen des ESC-Kongresses in München überzeugende Fünf-Jahres-Daten für sein Herzmedikament Camzyos präsentierte, belasten gleichzeitig Pausen in der Entwicklung von CAR-T-Zelltherapien sowie das Ende einer wichtigen Fertigungspartnerschaft die Stimmung.

Dennoch zeigt sich die Aktie im laufenden Jahr robust und notiert mit einem Plus von 26 Prozent seit Jahresbeginn deutlich über ihrem Niveau vom Januar.

Langzeitdaten stärken Kardiologie-Sparte

Im Fokus des wissenschaftlichen Interesses standen am Dienstag die Ergebnisse der EXPLORER-LTE-Studie zu Mavacamten (Handelsname Camzyos). Die Langzeitdaten belegen eine anhaltende Wirksamkeit bei Patienten mit symptomatischer hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie (HOCM).

Den Berichten zufolge erreichten 97,4 Prozent der Probanden eine signifikante Senkung des Druckgradienten in der linken Herzkammer, während knapp 70 Prozent eine Verbesserung ihrer klinischen Einstufung nach der NYHA-Klassifikation verzeichneten.

Besonders bedeutsam für Anleger ist die Tatsache, dass über den Beobachtungszeitraum von fünf Jahren keine neuen Sicherheitssignale auftraten. Camzyos steht vor zunehmendem Wettbewerb, da Konkurrenzprodukte wie Aficamten von Cytokinetics nach positiven Studienergebnissen ebenfalls auf Marktzulassungen drängen. Dennoch unterstreichen die aktuellen Daten die etablierte Position von BMS in diesem wachstumsstarken Indikationsfeld.

Rückschläge bei Zelltherapien und Fertigung

Parallel zu den Fortschritten in der Kardiologie muss BMS Rückschläge in der Immunologie hinnehmen. Medienberichten zufolge hat das Unternehmen klinische Studien mit der CAR-T-Zelltherapie Zolacabtagene autoleucel (Zola-cel) pausiert. Betroffen sind Untersuchungen zu Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Sklerodermie und Myositis.

Grund für die Unterbrechung sind vorübergehende Entzündungsereignisse bei Probanden. Analysten weisen darauf hin, dass die genutzten Schnellfertigungsprozesse zwar die Produktionszeit verkürzen, aber potenziell die Toxizität erhöhen könnten.

Zusätzlich beendete Bristol-Myers Squibb eine Partnerschaft mit dem Dienstleister Cellares. Der Vertrag hatte ein potenzielles Volumen von bis zu 380 Millionen US-Dollar. BMS begründete den Schritt damit, dass das automatisierte Fertigungssystem des Partners die spezifischen Anforderungen für das Krebsmedikament Breyanzi nicht erfülle. Infolge der Kündigung sah sich Cellares gezwungen, rund zwei Drittel seiner Belegschaft abzubauen.

Finanzielle Stabilität und künftige Kursrisiken

Trotz der operativen Hürden im Bereich der Zelltherapien lieferte das Unternehmen zuletzt solide Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte BMS einen Umsatz von 12,97 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und die Erwartungen des Marktes um knapp 13 Prozent übertraf. Die Blockbuster-Präparate Eliquis und Opdivo trugen im ersten Halbjahr zusammen rund 13,2 Milliarden US-Dollar zum Umsatz bei.

Anleger blicken nun gespannt auf die kommenden Daten zur klinischen Phase 3 des Wirkstoffs Milvexian zur Behandlung von Vorhofflimmern. Die Analysten von Guggenheim beziffern die Erfolgswahrscheinlichkeit auf etwa 60 Prozent. Da bis zum Jahr 2031 ein Großteil der aktuellen Umsatzbasis durch den Ablauf von Patenten bedroht ist, kommt dem Erfolg neuer Hoffnungsträger eine entscheidende Bedeutung zu.

Am gestrigen Mittwoch schloss die Aktie im deutschen Handel bei 58,09 Euro. Damit behauptet sich das Papier weiterhin oberhalb wichtiger technischer Marken und notiert aktuell etwa 17 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.

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