Brighthouse Aktie: Deal-Abschlag wächst
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 06:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deZwischen Angebotspreis und Börsenkurs klafft bei Brighthouse eine riesige Lücke. Aktionäre sollen 70 Dollar je Aktie erhalten, der Titel schloss zuletzt bei 41,10 Dollar. Die jüngsten Quartalszahlen und eine Ankündigung zum Zeitplan der Übernahme erklären, warum der Markt dem Deal misstraut.
Zahlen verfehlen die Erwartungen
Im dritten Quartal verdiente Brighthouse bereinigt 3,68 Dollar je Aktie, ohne Sondereffekte aus der jährlichen Aktuarsüberprüfung. Analysten hatten mit 5,01 Dollar gerechnet. Auch der Umsatz von 2,05 Milliarden Dollar blieb hinter den erwarteten 2,18 Milliarden zurück.
Unter dem Strich sieht das Bild freundlicher aus: Der Nettogewinn betrug 302 Millionen Dollar oder 5,21 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal waren es allerdings noch 453 Millionen. Die Überprüfung der langfristigen Annahmen wirkte mit 278 Millionen Dollar positiv, fiel aber deutlich kleiner aus als 2025.
Operativ trägt das Annuity-Geschäft. Der Absatz lag bei 2,4 Milliarden Dollar, davon 2,1 Milliarden mit den Shield-Level-Annuities. Das Lebensversicherungsgeschäft blieb mit 36 Millionen Dollar Verkäufen klein.
Die Kapitalausstattung bleibt solide. Die geschätzte RBC-Quote liegt zwischen 415 und 435 Prozent und damit im Zielkorridor von 400 bis 450 Prozent. Die Holding verfügt über liquide Mittel von einer Milliarde Dollar.
Aquarian-Deal braucht mehr Zeit
Schwerer wiegt die Lage bei der Übernahme durch Aquarian Capital. Der Käufer will rund 4,1 Milliarden Dollar in bar zahlen. Es fehlen noch die Genehmigungen der Aufsichtsbehörden in Delaware, New York und Massachusetts. Alle übrigen Bedingungen sind erfüllt oder erlassen.
Der Vertrag wurde automatisch bis zum 6. Dezember verlängert. Brighthouse erwartet jedoch nicht, die Zustimmungen bis dahin zu erhalten. Beide Seiten verhandeln deshalb über eine neue Frist und erklären, am Zusammenschluss festzuhalten. Eine Garantie für eine Einigung oder einen Abschluss gibt es nicht.
Der Kursabstand zum Angebot spiegelt diese Unsicherheit. Am Donnerstag markierte die Aktie mit 41,86 Dollar ein 52-Wochen-Tief. Auf Sicht von drei Monaten summiert sich das Minus auf rund 32 Prozent. Hinzu kommt, dass Sixth Street über Talcott Financial Group Interesse an einer Übernahme signalisiert hat, falls der bestehende Deal scheitert.
JPMorgan hob das Rating zuletzt von "Underweight" auf "Neutral", senkte aber das Kursziel auf 55 Dollar. Die Bank sieht ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis, hält die Fundamentaldaten wegen des riskanten Verbindlichkeitenprofils und begrenzter Kapitalflexibilität aber weiter für negativ.
Der nächste konkrete Termin ist der 6. Dezember: Bis dahin muss feststehen, ob Brighthouse und Aquarian die Frist verlängern oder jede Seite aussteigen kann.
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