BridgeBio Pharma Aktie: Doppelter Datenschub
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BridgeBio liefert am Wochenende gleich zwei Studienpakete. Beim Herzmittel Acoramidis zeigt eine Auswertung realer Patientendaten Vorteile gegenüber dem Konkurrenten Tafamidis. Beim Hoffnungsträger Encaleret gibt es neue Daten und den Start einer weiteren Phase-3-Studie.
Acoramidis: Weniger Klinikaufenthalte als unter Tafamidis
Auf der Jahrestagung der Heart Failure Society of America wurde eine unabhängige Analyse mit knapp 2.700 Patienten mit Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie vorgestellt. Sie stützt sich auf die große US-Krankenakten-Datenbank Epic COSMOS.
Nach statistischem Abgleich der Gruppen lag das Risiko für einen kombinierten Endpunkt aus Tod, Klinikeinweisung, neuem Vorhofflimmern und intensivierter Entwässerungstherapie unter Acoramidis um 18 Prozent niedriger als unter Tafamidis.
Besonders deutlich fiel der Unterschied bei Krankenhausaufenthalten aus. Das Risiko einer kardiovaskulären Hospitalisierung lag um 27 Prozent niedriger. Bei Todesfällen und Vorhofflimmern zeigte sich zwar ein Vorteil, er war aber statistisch nicht signifikant. Die Beobachtungszeit ist kurz, weil das Medikament erst seit Kurzem zugelassen ist.
Das Unternehmen betont die Übereinstimmung mit einer früheren Auswertung von Abrechnungsdaten. Dort war das Risiko klinischer Verschlechterung um 34 Prozent geringer. Es bleibt jedoch eine Beobachtungsstudie: Verzerrungen lassen sich nicht ausschließen. Die vollständigen Ergebnisse liegen derzeit einem Fachjournal zur Begutachtung vor.
Ergänzend zeigten Nachanalysen der Zulassungsstudie ATTRibute-CM, dass ein einziger Klinikaufenthalt das Sterberisiko ungefähr verdoppelt. Unter Acoramidis sank die jährliche Zahl kardiovaskulärer Hospitalisierungen gegenüber Placebo um die Hälfte.
Encaleret: Zulassungsentscheidung im Mai 2027
Beim Wirkstoff Encaleret gegen die seltene Kalziumstoffwechselstörung ADH1 präsentierte BridgeBio auf der ASBMR-Tagung in Boston Daten aus der Phase-3-Studie CALIBRATE. Bei 91 Prozent der Teilnehmer stieg die körpereigene Parathormon-Ausschüttung auf mindestens den unteren Normwert. In der Standardtherapie-Gruppe war es kein einziger.
Alle mit Encaleret behandelten Teilnehmer berichteten von einer Besserung mindestens eines Symptoms, in der Vergleichsgruppe waren es 46 Prozent. Müdigkeit und Muskelkrämpfe besserten sich unter Encaleret häufiger.
Regulatorisch läuft es planmäßig. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Zulassungsantrag angenommen und ein beschleunigtes Verfahren gewährt. Die Entscheidung ist für den 8. Mai 2027 angesetzt. Ein Antrag bei der europäischen EMA ist eingereicht.
Parallel dazu wurde der erste Teilnehmer in RECLAIM-HP behandelt. Die Phase-3-Studie prüft Encaleret bei chronischem Hypoparathyreoidismus, einem deutlich größeren Markt mit mehr als 200.000 Betroffenen in den USA und der EU. Geplant sind rund 160 Teilnehmer, der Endpunkt wird nach 24 Wochen gemessen.
Zuletzt schloss die Aktie bei 65,35 Dollar. Mit der FDA-Entscheidung zu Encaleret am 8. Mai 2027 steht der nächste konkrete Meilenstein fest.
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