Brent, Crude

Brent Crude: Über sieben Prozent nach Trump-Wende

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 12:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Brent fällt um über sieben Prozent, da Washington auf Gespräche mit Teheran setzt. Zusätzlich erhöht die OPEC+ ihre Fördermenge.

Ölpreis stürzt ab: Trump setzt auf Diplomatie statt Militärschlag
Ölraffinerie bei Dämmerung mit dunkler, stimmungsvoller Beleuchtung und industriellen Strukturen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Ölpreis bricht schlagartig ein. US-Präsident Donald Trump sagte geplante Militärschläge gegen den Iran überraschend ab. Das Weiße Haus setzt stattdessen auf neue diplomatische Gespräche. Anleger werfen ihre Wetten auf steigende Kurse panisch über Bord.

Diplomatische Wende drückt Kurse

Die geopolitische Risikoprämie schrumpft innerhalb weniger Stunden. Brent Crude verlor über sieben Prozent an Wert und notiert aktuell bei 83,74 US-Dollar. Washington strebt nun Verhandlungen über die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus an. Saudi-Arabien soll diesen Kurswechsel laut Regierungsangaben forciert haben. Händler reagieren prompt und liquidieren ihre Long-Positionen.

OPEC+ erhöht das Angebot

Parallel zur politischen Entspannung sorgt die OPEC+ für mehr Rohöl am Markt. Die Allianz erhöht die Förderung ab September um 188.000 Barrel pro Tag. Diesen Beschluss fasste das Bündnis am Sonntag. Damit endet die schrittweise Rückkehr zu normalen Fördermengen offiziell.

Saudi-Arabien und Russland heben ihre Produktion um jeweils 62.000 Barrel täglich an. Der Irak steuert weitere 26.000 Barrel bei. Das Bündnis hält damit an seinem Kurs der Marktversorgung fest. Eine künstliche Verknappung zur Stützung der Preise findet vorerst nicht statt.

Sorgen um die globale Nachfrage

Schwache Konjunkturdaten aus China und den USA belasten die Stimmung zusätzlich. Die industrielle Aktivität in den beiden weltweit größten Verbrauchsländern lässt merklich nach. Marktteilnehmer befürchten deshalb ein Überangebot in der zweiten Jahreshälfte. Der starke Preisanstieg aus dem Vormonat scheint damit vorerst beendet.

Technisch rückt nun der 200-Tage-Durchschnitt bei 81,23 US-Dollar in den Fokus. Hält diese Unterstützung nicht, könnten automatisierte Verkäufe den Preis weiter drücken. Die kommenden Verhandlungen mit dem Iran bestimmen nun die kurzfristige Richtung am Markt.

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