Brent Crude: Irans Ölminister wirft hin
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 13:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der iranische Ölminister Mohsen Paknejad ist zurückgetreten. Präsident Masoud Pezeshkian nahm den Rücktritt an. Der Schritt zeigt, wie stark die US-Blockade den Ölsektor des Landes belastet, während Brent über der Marke von 104 Dollar je Barrel notiert.
Blockade trifft Iran im Inneren
Dem Land fehlen täglich rund zehn Millionen Liter Benzin, obwohl es über große Rohölvorkommen verfügt. Die Regierung hat den Kraftstoffpreis oberhalb der subventionierten Monatsquote verdoppelt. Die Inflation liegt bei mehr als 50 Prozent, die Landeswährung steht unter Druck.
Paknejads Nachfolger Bovard steht selbst auf einer US-Sanktionsliste. Teheran muss trotz der Blockade Abnehmer für sein wichtigstes Exportgut finden und Devisen sichern.
Wie stark die Ausfuhren tatsächlich eingebrochen sind, ist umstritten. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte Anfang Oktober, iranische Ladungen seien nicht mehr auf See und Teheran erziele keine neuen Einnahmen. Paknejad verwies dagegen auf weiterhin eingehende Zahlungen für bereits verkaufte Lieferungen.
Warum der Ölpreis nicht noch stärker steigt
Am Markt hält sich der Aufschlag trotz des Ausfalls in Grenzen. Zusätzliche Lieferungen anderer Golfstaaten und mögliche Freigaben strategischer Reserven dämpfen den Effekt teilweise. Eine Risikoprämie bleibt dennoch bestehen, denn die Gefahr weiterer Tankerangriffe und die Unsicherheit um die Straße von Hormus wirken fort.
Dabei spielt der Ölpreis über den Rohstoffmarkt hinaus eine Rolle. Höhere Energiekosten nähren die Sorge vor anhaltender Inflation und damit vor strafferer Geldpolitik. St.-Louis-Fed-Präsident Alberto Musalem sagte am Donnerstag, in den kommenden sechs bis neun Monaten könnten weitere Zinserhöhungen nötig sein. Ob er im Oktober dafür stimmen würde, ließ er offen.
Die Terminmärkte sehen für die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober eine Zinserhöhung mit 18 Prozent Wahrscheinlichkeit. Für Dezember liegt sie bei 82 Prozent. Gold profitierte zuletzt von einem schwächeren Dollar und sinkenden Renditen, bleibt aber wegen des Ölpreises und der Zinsdebatte gedeckelt.
Was jetzt zählt
Die Fed-Sitzung Ende Oktober ist der nächste feste Termin, an dem sich Ölpreis und Zinserwartungen treffen. Bis dahin hängt der Preis an der Lage in der Straße von Hormus und an der Frage, ob Golfstaaten und Reservefreigaben den iranischen Ausfall weiter ausgleichen.
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