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Brent Crude: Hormus bleibt zu

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus treibt Brent auf 84,04 Dollar. US-Präsident Trump zeigt sich unbeeindruckt, während Analysten eine schnelle Lösung bezweifeln.

Brent Crude: Hormus-Blockade treibt Ölpreis trotz Trumps Gelassenheit
Großer Öltanker auf stürmischer See bei Sonnenuntergang als Symbol für die angespannte Lage in der Straße von Hormus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Trump gibt sich gelassen, der Ölmarkt bleibt es nicht. Während der US-Präsident die blockierte Straße von Hormus als Randnotiz abtut, notiert Brent Crude am Montag mit 84,04 Dollar je Barrel spürbar höher. Die Gasse bleibt dicht — und genau das treibt den Preis.

Iran hatte am Sonntag verkündet, ein Abkommen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus stehe kurz vor dem Abschluss. Die eigentliche Freigabe der Meerenge macht Teheran allerdings von weit mehr abhängig als von einer Regelung mit Muscat. Der Nationale Sicherheitsrat des Landes verknüpft die Öffnung mit dem Ende der US-Seeblockade, dem Abzug amerikanischer Streitkräfte aus der Region, der vollständigen Aufhebung der Sanktionen und der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte.

Trump setzt auf Zeit, Analysten auf Zweifel

Der US-Präsident zeigte sich gegenüber dem Nachrichtenportal Axios demonstrativ unbeeindruckt: Man widme dem Thema "nicht viel Aufmerksamkeit" und beobachte den Iran vor allem mit Blick auf dessen hohe Inflation und die leeren Kassen. Es werde sich regeln, so Trump, "wie eine Schachpartie". US-Regierungsvertreter setzen demnach zunächst auf eine schrittweise Entspannung statt auf schnelle Verhandlungslösungen.

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz äußerte auf der Plattform X Zweifel an diesem Kalkül. Wirtschaftlicher Druck allein dürfte aus seiner Sicht nicht reichen, um Teheran zu einer Aufgabe des Anspruchs auf die Kontrolle der Meerenge zu bewegen — eines der zentralen strategischen Interessen des Landes.

Jemen rückt als zweiter Krisenherd in den Blick

Parallel zur Hormus-Blockade verschärft sich die Lage im Jemen. Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen liefern sich dort Kämpfe mit Saudi-Arabien. Eine Eskalation könnte die Schifffahrt durch das Rote Meer zusätzlich erschweren — eine zweite Route, über die ein erheblicher Teil des globalen Öltransports läuft.

Für den Ölmarkt bedeutet das: Zwei geopolitische Nadelöhre stehen gleichzeitig unter Druck, während eine schnelle diplomatische Lösung an Wahrscheinlichkeit verliert. US-Rohöl zog im selben Umfeld auf 78,56 Dollar an. Die anhaltende Drosselung der Tankerpassagen durch Hormus bleibt damit der zentrale Preistreiber — losgelöst davon, wie gelassen sich Washington öffentlich gibt.

Die US-Konsumentenpreise für Juli, die am Mittwoch veröffentlicht werden, dürften zusätzlich Bewegung in die Märkte bringen. Steigende Energiekosten könnten die Inflationszahlen nach oben drücken und damit auch die Zinserwartungen der Fed neu justieren — ein Nebeneffekt, der die Aufmerksamkeit über den Ölmarkt hinaus lenkt.

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