Brazilian Rare Earths Aktie: 7,9 Milliarden Dollar NPV
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Explorationsunternehmen Brazilian Rare Earths hat am heutigen Donnerstag wegweisende Ergebnisse einer Scoping-Studie für sein Projekt Rocha da Rocha im brasilianischen Bundesstaat Bahia veröffentlicht.
Die Untersuchung bescheinigt dem Vorhaben eine außergewöhnliche Wirtschaftlichkeit und identifiziert die Lagerstätte als potenziellen Kern einer neuen Provinz für kritische Mineralien. Die Aktie des Unternehmens reagierte im Handel mit einem deutlichen Plus von 12 Prozent und stieg auf 2,88 Euro.
Herausragende Kennzahlen der Scoping-Studie
Die Studie konzentriert sich auf die Lagerstätte Monte Alto und berechnet für das Projekt einen Kapitalwert (NPV) nach Steuern von rund 7,9 Milliarden US-Dollar bei einem Diskontsatz von acht Prozent. Besonders beeindruckend ist die interne Verzinsung (IRR), die mit 89 Prozent angegeben wird.
Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die anfänglichen Investitionen bereits nach einer Rekordzeit von 1,1 Jahren amortisieren könnten. Managing Director Bernardo da Veiga betonte, dass diese Daten Monte Alto nicht nur als hochgradige Seltenerd-Lagerstätte bestätigen, sondern als strategischen Ankerpunkt für die gesamte Region festigen.
Die aktuelle Ressourcenschätzung beläuft sich auf 3,4 Millionen Tonnen Erz mit einem Gehalt von 11,26 Prozent an gesamten Seltenerdoxiden (TREO). Ein erheblicher Teil dieser Ressource gilt mit 2,51 Millionen Tonnen und einem Gehalt von 12,73 Prozent bereits als angezeigt.
Innerhalb dieser Vorkommen wurden signifikante Konzentrationen wertvoller schwerer Seltenerden nachgewiesen, darunter 810 ppm Dysprosiumoxid und 150 ppm Terbiumoxid. Angesichts der aktuellen Marktsituation, in der die Preise für Dysprosiumoxid im Jahr 2026 im westlichen Handel bereits massiv angestiegen sind, gewinnt die Qualität dieser Funde an zusätzlicher Bedeutung.
Flexibilität bei der Projektentwicklung
Brazilian Rare Earths prüft derzeit zwei unterschiedliche Wege für die industrielle Erschließung. Ein umfassender „Oxid-Pfad“ würde Investitionskosten von rund 969 Millionen US-Dollar erfordern, um Endprodukte direkt vor Ort zu verarbeiten.
Alternativ bietet ein „Konzentrat-Pfad“ einen deutlich kostengünstigeren Einstieg mit einem Kapitalbedarf von lediglich 91 Millionen US-Dollar. Die Entscheidung über das endgültige Modell steht noch aus, wobei die erste kommerzielle Produktion für das Jahr 2031 angestrebt wird.
Parallel zur veröffentlichten Scoping-Studie, die eine Genauigkeit von etwa 40 Prozent aufweist, treibt das Management die weiteren Planungen voran. Eine detailliertere Vor-Machbarkeitsstudie (Pre-Feasibility Study) befindet sich bereits in Arbeit und soll im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden.
Trotz des kräftigen Kurszuwachses am heutigen Tag bietet die Aktie theoretisch noch Raum zur Erholung: Das Papier notiert derzeit etwa 33 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,28 Euro, das Ende Mai erreicht wurde.
Solide Finanzlage und strategische Maßnahmen
Flankiert wird die positive operative Entwicklung durch eine stabile Bilanz und gezielte Kapitalmaßnahmen. Medienberichten zufolge verfügte das Unternehmen zum Jahreswechsel über liquide Mittel in Höhe von 162,4 Millionen Australischen Dollar. Diese finanzielle Ausstattung ermöglicht es dem Unternehmen, die Explorations- und Entwicklungsarbeiten ohne unmittelbaren Finanzierungsdruck fortzusetzen.
Zusätzlich zu den Projekterfolgen am Standort Rocha da Rocha optimiert Brazilian Rare Earths seine Kapitalstruktur. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wurden im Rahmen eines selektiven Aktienrückkaufs vier Millionen voll eingezahlte Stammaktien eingezogen.
Analysten bewerten die Perspektiven des Seltenerd-Spezialisten weiterhin optimistisch. Medienberichten zufolge liegen aktuelle Einstufungen auf „Buy“ mit Kurszielen von bis zu 5,50 Australischen Dollar, was das Vertrauen des Marktes in das langfristige Potenzial der brasilianischen Vorkommen unterstreicht.
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