Branicks, S&P

Branicks: S&P stuft auf Selective Default herab

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 04:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

S&P stuft Branicks auf Selective Default herab. Gläubiger stimmten der Umschuldung zu, eine Brückenfinanzierung von 95 Mio. Euro ist geplant.

Branicks Group: S&P senkt Rating auf SD – Restrukturierung schreitet voran
Ein modernes Bürogebäude in einem Finanzviertel an einem bewölkten Tag. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Ratingagentur S&P Global hat der Branicks Group AG am 5. August das langfristige Emittentenrating auf „SD“ – Selective Default – gesenkt. Auch die besicherte Anleihe über 400 Mio. Euro wurde auf „D“ herabgestuft.

S&P begründet den Schritt damit, dass die vereinbarten Laufzeitverlängerungen als notleidender Umtausch, ein sogenannter „distressed exchange“, zu werten seien. Für Anleger ist das eine formale Bestätigung dessen, was der Kursverlauf längst signalisiert: Das Unternehmen steckt in einer harten Restrukturierung.

Am Aktienmarkt zeigte sich das zuletzt deutlich. Der Titel verlor gestern 4,9 Prozent und schloss bei 0,81 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 53 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 59 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,15 Euro, erreicht im September, trennen die Aktie inzwischen 62 Prozent.

Gläubiger stimmten Restrukturierung zu

Die S&P-Herabstufung ist die Kehrseite eines Prozesses, der aus Sicht des Unternehmens als Fortschritt gilt. Bereits am 31. Juli meldete Branicks das vollumfängliche Wirksamwerden der Lock-up-Vereinbarungen mit den Gläubigern der 400-Millionen-Anleihe sowie der Schuldscheindarlehen.

Bei der Anleihe stimmten mehr als 50 Prozent der Gläubiger zu, bei den Schuldscheindarlehen wurde sogar volle Zustimmung erreicht. Die Kanzlei Dentons bestätigte am selben Tag den Abschluss der Verhandlungen für eine Gruppe von Schuldscheingläubigern, die einer Restrukturierung von Darlehen im Volumen von 179,5 Mio. Euro zustimmten.

Noch aussteht die formale Abstimmung ohne Versammlung für die Inhaber der 400-Millionen-Anleihe, die im August über die im Lock-up vereinbarte Laufzeitverlängerung bis Ende 2026 entscheiden sollen. Erst mit diesem Schritt wäre die Restrukturierung auf der Anleiheseite vollständig abgeschlossen.

Brückenfinanzierung soll September-Fälligkeiten sichern

Parallel zur Umschuldung braucht Branicks frisches Geld. Medienberichten zufolge steht eine Brückenfinanzierung über insgesamt 95 Mio. Euro im Raum, von der 35 Mio. Euro direkt an Branicks fließen sollen und 60 Mio. Euro an die Tochtergesellschaft VIB Vermögen AG. Das Geld soll kurzfristige Fälligkeiten im September decken – jenen Monat, in dem die 400-Millionen-Anleihe ansonsten fällig würde.

Die Restrukturierung geht auch personell nicht spurlos am Unternehmen vorbei. Bereits Ende Juli kündigte Vorstandsvorsitzende Sonja Wärntges an, ihr Amt spätestens zum 31. Dezember 2026 niederzulegen. Zeitgleich wurde der Vorstand um Josef Schultheis als Chief Restructuring Officer erweitert, der die Umsetzung des Restrukturierungskonzepts verantworten soll. Der Aufsichtsratsvorsitzende trat mit Wirkung zum 31. Juli von seinem Mandat zurück.

Kurs nahe am Jahrestief

Die Aktie notiert derzeit nur noch 7,4 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 0,754 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Sowohl der 50-Tage- als auch der 200-Tage-Durchschnitt liegen deutlich über dem aktuellen Kurs, was die anhaltende Abwärtsdynamik unterstreicht.

Für Anleger bleibt entscheidend, ob die anstehende Anleihegläubiger-Abstimmung im August die Restrukturierung endgültig absichert – oder ob die Selective-Default-Einstufung von S&P weitere Unsicherheit in den Kurs trägt.

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