BrainChip Aktie: Erste 2.000 AKD1500 bei GlobalFoundries gefertigt
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 11:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BrainChip hat den Sprung von der Vorserie in die kommerzielle Fertigung vollzogen. Der australische Entwickler neuromorpher Prozessoren erhielt die erste Produktionscharge von 2.000 Akida-AKD1500-Chips, die für den Einsatz in Verteidigungs- und Industrieanwendungen vorgesehen sind. Für ein Unternehmen, das lange im Entwicklungsstadium verharrte, markiert das einen Übergang – auch wenn die Finanzkennzahlen zeigen, dass der Weg zur Profitabilität noch weit ist.
Erste Charge in Serienfertigung
Die AKD1500-Referenzchips werden bei GlobalFoundries im 22-Nanometer-FD-SOI-Verfahren gefertigt. Anfang Juli hatte BrainChip die formelle kommerzielle Verfügbarkeit dieser Bauteile bekanntgegeben, Ende des Monats folgte dann die erste Serienlieferung. Die neuromorphen Prozessoren sollen künftig in Edge-AI-Anwendungen zum Einsatz kommen, bei denen Daten direkt auf dem Gerät statt in der Cloud verarbeitet werden. Parallel meldete das Unternehmen die kommerzielle Übergabe von Akida-2.0-IP-Design-Assets an den Partner EDGEAI – ein weiterer Schritt, mit dem BrainChip sein Lizenzgeschäft ausbauen will.
Kasse schmilzt weiter
Die operative Substanz bleibt dabei angespannt. Zum 30. Juni verfügte BrainChip nach eigenen Angaben noch über einen Kassenbestand von 20,3 Millionen US-Dollar, nach 25,3 Millionen US-Dollar im Vorquartal. Der operative Mittelabfluss im zweiten Quartal 2026 verringerte sich zwar auf 4,7 Millionen US-Dollar gegenüber 5,3 Millionen US-Dollar im ersten Quartal. Auf der Erlösseite sieht es dagegen deutlich schwächer aus: Die Zahlungseingänge von Kunden brachen auf 149.000 US-Dollar ein, nach noch 0,7 Millionen US-Dollar im Quartal zuvor. Der Übergang in die Serienfertigung hat sich bislang also noch nicht in nennenswerten Umsätzen niedergeschlagen. Zusätzlich lief im Juli eine Put-Option-Vereinbarung mit LDA Capital aus, aus der eine vertragliche „Ausfallgebühr“ von 1,0 Millionen australischen Dollar fällig wurde, die durch den Verkauf hinterlegter Aktien durch LDA Capital begleicht wurde.
Partnerschaften und Ausblick
Auf der Produktseite treibt BrainChip mehrere Projekte parallel voran. Im Juli vereinbarte das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit Celus, um den Akida-Neuromorphic-Prozessor in die CELUS Design Platform für automatisierte Elektronikentwicklung zu integrieren. Beim Nachfolgeprojekt AKD2500 liegt der Zeitplan weiterhin auf Kurs: Ein Tapeout ist für Anfang Dezember 2026 vorgesehen, interne Demonstrationen der neuen Generative-AI-Plattform sollen bereits im späten dritten Quartal 2026 folgen. Sollten diese Meilensteine eingehalten werden, könnte das dem Unternehmen mittelfristig helfen, sein Portfolio über reine Referenzchips hinaus zu erweitern.
Kursreaktion und Analystenstimmen
An der Börse kam die Nachricht vom Produktionsstart zuletzt gut an: Am Freitag legte die Aktie um 3,99 Prozent zu und schloss bei 0,0861 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,1430 Euro, erreicht Anfang Oktober vergangenen Jahres, bleibt der Titel damit weiterhin 39,79 Prozent entfernt – die jüngste Erholung hat den langfristigen Abwärtstrend also noch nicht durchbrochen. Das Analysehaus Bell Potter äußerte sich Anfang August grundsätzlich positiv zum Technologiesektor und nannte BrainChip in diesem Zusammenhang als Titel mit hohem Wachstumspotenzial im Zuge des Wechsels in die kommerzielle Fertigung. Automatisierte Kursscreener sehen den Titel dagegen skeptischer: Seit Mitte Juli wird die Aktie dort als Verkaufskandidat eingestuft, nachdem sich die Kursdynamik zuvor mehrere Wochen negativ entwickelt hatte. Für Anleger bleibt damit ein zweigeteiltes Bild: operative Fortschritte bei Fertigung und Partnerschaften stehen einer nach wie vor dünnen Umsatzbasis und einem schrumpfenden Kassenbestand gegenüber.
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