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Bowman Consulting Aktie: Rückzug von der Börse

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 13:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bernhard Capital übernimmt Bowman Consulting für 43 Dollar je Aktie in bar. Der Deal bewertet das Ingenieurunternehmen mit rund einer Milliarde Dollar.

Bowman Consulting: Milliarden-Übernahme durch Bernhard Capital Partners
Ein modernes Bürogebäude an einem bewölkten Tag, das eine professionelle Geschäftsumgebung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Ingenieurdienstleister, der gerade noch solide Wachstumszahlen präsentierte, verschwindet nun von der Nasdaq. Bernhard Capital Partners übernimmt Bowman Consulting für 43 Dollar je Aktie in bar — ein Aufschlag von 58 Prozent auf den Schlusskurs vom 7. August 2026. Der Deal bewertet das Unternehmen mit rund einer Milliarde Dollar.

Die Ankündigung kam zeitgleich mit den Zahlen zum zweiten Quartal — die eigentlich für den 11. August angesetzte Telefonkonferenz wurde deshalb abgesagt. Kein Zufall: Wenn ein Übernahmeangebot steht, verliert die Quartalsbilanz an eigenständiger Nachrichtenkraft.

Die Zahlen hinter dem Kaufpreis

Und die waren durchaus vorzeigbar. Der Bruttoumsatz aus Aufträgen stieg im zweiten Quartal auf 146,1 Millionen Dollar, ein Plus von knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 24,1 Millionen Dollar, der Auftragsbestand wuchs auf 658,7 Millionen Dollar — gut 50 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Nettogewinn fiel im Quartal allerdings auf 2,5 Millionen Dollar, nach 6,0 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Für die ersten sechs Monate des Jahres steht sogar ein kleiner Nettoverlust von 1,2 Millionen Dollar. CFO Bruce Labovitz erklärte, im Quartal seien ungewöhnlich viele Mittel gleichzeitig abgeflossen — eine zusätzliche Gehaltsrunde, Bonuszahlungen, Aktienrückkäufe und Investitionen in Geospatial-Technik und KI-Infrastruktur.

Go-Shop-Frist läuft bis September

Der Kaufvertrag wurde vom Bowman-Vorstand einstimmig genehmigt. Trotzdem ist die Sache noch nicht endgültig entschieden: Bowman darf während einer 35-tägigen Go-Shop-Periode aktiv nach besseren Angeboten suchen. Diese Frist endet am 13. September 2026 um 17:00 Uhr Eastern Time. Findet sich ein überlegenes Angebot, kann der Vorstand den Vertrag mit Bernhard auflösen.

Aktionäre mit rund 15,3 Prozent der Stimmrechte haben sich bereits per Stimmrechtsvereinbarung zur Zustimmung verpflichtet. Das signalisiert eine gewisse Rückendeckung für den aktuellen Deal, schließt eine Konkurrenzofferte aber nicht aus.

BofA Securities begleitet Bowman als Finanzberater, Latham & Watkins als Rechtsberater. Auf Käuferseite steht Kirkland & Ellis als Rechtsberater von Bernhard, einem Private-Equity-Haus mit mehr als sechs Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen im Infrastruktursektor.

Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 oder das erste Quartal 2027 erwartet — vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und der üblichen regulatorischen Freigaben. Bis dahin bleibt die Go-Shop-Frist der entscheidende Termin: Läuft sie ohne Gegenangebot aus, dürfte der Deal mit Bernhard wie vereinbart durchgezogen werden.

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