Bouygues Aktie: Hiya-Dienst warnt vor Betrugsanrufen
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 09:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einem neuen Sicherheitsdienst versucht die Telekommunikationssparte des Mischkonzerns Bouygues, zusätzliche Erlöse im französischen Heimatmarkt zu erschließen.
Wie Bouygues Telecom gestern ankündigte, führt das Unternehmen in Kooperation mit dem US-Spezialisten Hiya einen KI-gestützten Dienst gegen unerwünschte Anrufe ein. Die Erkennung verdächtiger Nummern erfolgt direkt im 4G- und 5G-Mobilfunknetz in Echtzeit, sodass Kunden keine separate App installieren oder konfigurieren müssen.
Der Service startet am 5. Oktober für Privatkunden zu einem Preis von 2 Euro pro Monat und Mobilfunklinie. Für Geschäftskunden wird die Funktion ab dem 12. Oktober zu einem Tarif von 1 Euro monatlich pro Linie freigeschaltet.
Das System greift auf die Datenbank von Hiya zurück, die laut Unternehmensangaben monatlich über 28 Milliarden Anrufereignisse von mehr als 550 Millionen weltweiten Nutzern verarbeitet. Eingehende Anrufe werden dabei nicht blockiert, sondern vor dem Abheben auf dem Telefondisplay als potenzieller Betrug oder verdächtiges Werbegespräch ausgewiesen.
Wachsender Druck auf den Umsatz je Kunde
Mit dem Vorstoß reagiert Bouygues auf ein verbreitetes Ärgernis französischer Verbraucher. Zahlen der Regulierungsbehörde Arcep verdeutlichen das Ausmaß: In einer Erhebung vom 16. Februar gaben 94 Prozent der Befragten an, innerhalb der vorangegangenen drei Monate unerwünschte Anrufe oder SMS erhalten zu haben.
Strategisch zielt das Angebot darauf ab, den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde (ARPU) gegen den anhaltenden Preisdruck im französischen Telekommunikationssektor abzusichern. Der Schritt birgt jedoch wettbewerbliche Risiken.
Konkurrenten wie Free bieten netzbasierte Anruffilter bereits seit Februar 2025 kostenlos an, während Orange vergleichbare Dienste über eine separate Anwendung kostenfrei zur Verfügung stellt. Bouygues Telecom verlangt für den Schutz auf Netzebene dagegen von Privatnutzern aufs Jahr gerechnet 24 Euro pro Vertrag.
Aktie verliert im schwachen Gesamtbild
An der Börse sorgt die Ankündigung vorerst für keine spürbare Entlastung. Die Bouygues-Aktie verbucht heute ein Minus von 2,3 Prozent auf 42,24 Euro. Mit diesem Rückgang notiert der Titel 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 53,44 Euro, das Anfang April erreicht worden war.
Neben dem intensiven Preiswettbewerb im Mobilfunk dämpfen auch mögliche Verzögerungen bei Projekten der Dienstleistungstochter Equans die Stimmung der Marktteilnehmer. Ob das neue gebührenpflichtige Zusatzangebot bei den Kunden ausreichend Akzeptanz findet, um die Margen spürbar zu stützen, muss sich nach dem Marktstart im Oktober zeigen.
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