Bodegas, Riojanas

Bodegas Riojanas Aktie: Vintae übernimmt 90 Prozent

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 09:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Debt-for-Equity-Swap stärkt Gevisas Einfluss; Aktionäre sollen Ende Oktober über weitere Schritte der Neuordnung entscheiden.

Bodegas Riojanas: Gevisa hält nach Kapitalschnitt 90 Prozent
Sonnendurchflutete Weinberge in den goldenen Abendstunden, die eine Atmosphäre von Wachstum und Investition vermitteln. Illustration mit AI erstellt.

Der spanische Weinproduzent Bodegas Riojanas stellt im Zuge seiner Restrukturierung die Weichen für die künftige Unternehmensführung. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen an, dass die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 28. Oktober über zentrale Beschlüsse abstimmen sollen.

Unter anderem steht die Ernennung von EY als Abschlussprüfer für die Jahre 2026 bis 2028 auf der Tagesordnung. Zugleich legte die Gesellschaft die Genehmigung des konsolidierten Jahresabschlusses für 2025 sowie den Vergütungsbericht der Geschäftsführung für dasselbe Jahr vor.

Gleichzeitig wurde eine tiefgreifende Umgestaltung der Bilanz registriert: Das Unternehmen vollzog eine Kapitalherabsetzung mit einer gleichzeitigen Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen durch einen Debt-for-Equity-Swap. Dabei wurden 45.515.790 neue Stammaktien ausgegeben. Dieses Paket entspricht 90 Prozent des Unternehmens und wurde vollständig von Gevisa Wine Capital gezeichnet, einer Beteiligungsgesellschaft aus dem Umfeld der Vintae-Gruppe.

Vintae übernimmt die Führung

Der Schritt ist die direkte Folge einer Vereinbarung aus dem Sommer. Am 18. Juli hatte Vintae die Eingliederung von Bodegas Riojanas in die eigene Gruppe über Gevisa Wine Capital abgeschlossen.

Die Transaktion umfasste neben Bodegas Riojanas auch Bodegas Torreduero, Bodegas Viore sowie einen Anteil von 56 Prozent an Veiga Naúm. Verbunden war die Übernahme mit einer Investition von 12 Millionen Euro sowie einer Finanzierungslinie von bis zu 5 Millionen Euro.

Im Rahmen der Neuorganisation verlagerte das Unternehmen am 18. September zudem seinen gesellschaftsrechtlichen Sitz von Cenicero nach Madrid. Vintae begründete diese Maßnahme als rein administrativen Schritt. Die Weinherstellung, der steuerliche Sitz und die operative Tätigkeit verbleiben weiterhin in der Region La Rioja.

Lage im Anbaugebiet und Börsenentwicklung

Parallel zur bilanziellen Sanierung läuft die Weinlese in der Heimatregion. Der Kontrollrat der Herkunftsbezeichnung Rioja meldete bis zum 11. September eine eingebrachte Erntemenge von 185,1 Millionen Kilogramm Trauben, davon 146,8 Millionen Kilogramm rote und 38,3 Millionen Kilogramm weiße Trauben. Wegen des guten Gesundheitszustands des Leseguts stellte der technische Direktor des Rats eine hohe Jahrgangsqualität in Aussicht.

An den Märkten sorgte die Klärung der Eigentümerstrukturen heute für Zukäufe: Der Aktienkurs kletterte um 7,0 Prozent auf 0,9200 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Aufwärtsdynamik spiegelt die langfristige Entwicklung die schweren Belastungen der Vergangenheit wider, denn seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie auf 60 Prozent. Mit der bevorstehenden Versammlung Ende Oktober soll die gesellschaftsrechtliche Neuordnung nun formal abgeschlossen werden.

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