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BMW Aktie: Kein Diesel im 3er

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BMW begründet den Dieselverzicht im 3er mit der Nachfrage und plant weitere Schritte bei Margen, Kosten und regionaler Fertigung.

Premium-Limousine auf Bergstraße bei Sonnenaufgang, Alpenkulisse, goldenes Licht
Elegante Premium-Limousine in Front-3/4-Ansicht auf kurvenreicher Bergstraße bei Sonnenaufgang – passt zum Qualitätsanspruch der BMW AG (ISIN DE0005190003) als Automobilhersteller Illustration mit AI erstellt.

Der Dieselmotor fliegt aus dem neuen 3er. Ausgerechnet beim "Herz der Marke" setzt BMW künftig auf Benziner sowie Hybrid- und Plug-in-Varianten, neben dem bereits vorgestellten vollelektrischen i3. Die Entscheidung fällt mitten in den Kapitalmarkttag, der die Anleger zunächst verunsichert hatte.

Fokus auf gefragte Antriebe

Der Konzern nennt den Schritt bewusst und länger beschlossen. Man konzentriere sich auf die Antriebe mit der weltweit höchsten Nachfrage. Mit den aktuell hohen Spritpreisen habe das nichts zu tun, da Modellzyklen deutlich länger dauerten. Eine grundsätzliche Absage an den Diesel gebe es nicht: Der X5 kommt weiterhin mit dieser Antriebsvariante. Zu weiteren Modellen äußerte sich BMW nicht.

Margenziele enttäuschen zunächst

Der neue Konzernchef Milan Nedeljkovic will die Marge in der Autosparte bis Anfang der 2030er Jahre wieder auf 8 bis 10 Prozent bringen. Als Zwischenschritt peilt BMW für 2028 drei bis fünf Prozent an. Für das laufende Jahr stehen nach der jüngsten Gewinnwarnung noch 1 bis 3 Prozent im Raum.

Am Dienstag hatte das im späten Handel zeitweise für Druck gesorgt: Die Aktie fiel um fünf Prozent auf ein Tief seit 2020, weil der Markt eher das obere Ende der neuen Spanne erwartet hatte. Am Mittwoch machte sie die Verluste mehr als wett und stieg zeitweise um 2,4 Prozent auf 55,80 Euro.

Die Analysten sind gespalten. Bernstein sieht den "Beginn eines Heilungsprozesses" und bleibt bei "Outperform" mit einem Kursziel von 82 Euro. Die Citigroup spricht von "Evolution statt Revolution" und hätte angesichts eines 25-Jahrestiefs bei der Marge eine entschiedenere Reaktion erwartet.

Oddo BHF nennt BMW eine "Show-Me-Story". Auf eine höhere Ausschüttungsquote legt sich der Konzern nicht fest, zu Aktienrückkäufen gab es keine näheren Angaben.

Sparkurs und Regionalstrategie

Kosten sinken soll vor allem über Personal und Komplexität. Nach Informationen aus Branchenkreisen dürften rund 8.000 Stellen wegfallen. Das Abfindungsprogramm startet im Oktober. Im Management soll jede fünfte Stelle gestrichen werden, außerdem will BMW Varianten reduzieren und die 2er-Reihe Active Tourer ohne Nachfolger auslaufen lassen.

In China sollen mindestens 95 Prozent der verkauften Fahrzeuge bis 2030 lokal gefertigt und auf chinesische Kunden zugeschnitten sein. In den USA prüft BMW ein SUV oberhalb des X7. Der Free Cashflow der Autosparte soll von über 2,5 Milliarden Euro in diesem Jahr auf mindestens 7 Milliarden Euro in den frühen 2030ern steigen.

Heute um 10:15 Uhr startet die Produktion im Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen. Weitere Entscheidungen über zusätzliche Sparmaßnahmen will der Konzern bis Frühjahr 2027 treffen.

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