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BMW Aktie: Jefferies verliert die Zuversicht

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 00:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jefferies reduziert das BMW-Kursziel auf 60 Euro und kürzt wegen vorsichtiger Umsatzaussagen seine Prognosen für 2027.

Pop-Art-Comic rotes Sportcoupé, Speedlines, DRIVE-Schriftzug, Halbtonmuster blau
Pop-Art-Comicillustration eines stilisierten Sportcoupés mit Speedlines und Schriftzug DRIVE – dynamische Bildsprache für die Fahrfreude der BMW AG (ISIN DE0005190003) Illustration mit AI erstellt.

Nach dem Kapitalmarkttag zieht Jefferies die Reißleine bei den Erwartungen. Das Analysehaus senkt das Kursziel für BMW von 70 auf 60 Euro und belässt die Einstufung auf "Hold". Der Grund: Das Management habe beim Umsatz wenig Zuversicht vermittelt.

Vorsichtiges Management nach der Gewinnwarnung

Analyst Philippe Houchois kritisiert vor allem die Kommunikation. Zur Strategie der Kapitalrückführung habe sich der Vorstand bedeckt gehalten. Der Autobauer wirke, so seine Einschätzung, noch immer unter dem Eindruck der jüngsten Gewinnwarnung und zögere, mögliche neue Gewinnquellen zu erörtern.

Konsequenzen zieht Houchois auch bei den Zahlen. Er kappt seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2027.

Das neue Ziel von 60 Euro liegt unter dem bisherigen Analystenkorridor. Dort reichten die Kursziele zuletzt von 70 bis 82 Euro. Die Aktie notierte zu Wochenbeginn bei rund 54,70 Euro, auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von knapp zwölf Prozent zu Buche.

Branchenumfeld bleibt schwierig

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie liefert wenig Rückenwind. Das Ifo-Geschäftsklima der Branche fiel im September um 13 Punkte auf minus 35, einen der schwächsten Werte seit Jahren. Besonders die aktuelle Geschäftslage sackte ab, auch die Exporterwartungen drehten ins Negative. "Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise", sagt Ifo-Expertin Anita Wölfl.

Dagegen läuft die Elektronachfrage im Inland kräftig. Im September wurden in Deutschland rund 88.600 reine Elektroautos neu zugelassen, etwa 95 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ihr Anteil an den Neuzulassungen liegt bei 34,5 Prozent. Treiber ist die staatliche E-Auto-Prämie, die bis zu 6.000 Euro betragen kann.

Allerdings profitieren davon laut EY vor allem chinesische Hersteller, deren Marktanteil im September deutlich stieg. Der Experte hält den Boom zudem für fragil: Läuft die Förderung aus, drohe ein Einbruch.

Wettbewerb wird härter

Auch bei den Reparaturkosten schrumpft der Vorsprung europäischer Marken. Laut Allianz-Zentrum für Technik lagen sie 2024 in der Versicherungseinstufung noch drei Typklassen vor den Chinesen, 2026 nur noch eine.

Für BMW bleibt die Kapitalrückführung der zentrale Punkt. Solange der Vorstand dazu keine konkreteren Aussagen macht, dürfte die Skepsis von Jefferies bei einem Teil der Analysten Bestand haben. Die nächste Gelegenheit für neue Zahlen bietet die Quartalsmitteilung im November.

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