BMW Aktie: Elektro-Erfolg mit Schönheitsfehler
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 15:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Jahr nach der Markteinführung zieht BMW eine bemerkenswerte Bilanz: Der iX3 hat allein in Europa 100.000 Bestellungen eingesammelt. Nach Konzernangaben ist das der beste Start eines Modells der Marke im ersten Verfügbarkeitsjahr überhaupt. Kein schlechtes Zeugnis für ein Fahrzeug, das gleichzeitig zeigen soll, ob BMWs neue Technologieplattform beim Kunden ankommt.
Seit der Vorstellung macht der iX3 in Europa etwa ein Drittel aller Elektroauto-Bestellungen der Marke aus. Innerhalb der X3-Familie liegt der Elektroanteil bei rund der Hälfte — deutlich über dem sonstigen Markendurchschnitt.
Vertriebsvorstand Jochen Goller bezeichnet die Zahlen als Bestätigung für die "Neue Klasse", jene neue Fahrzeuggeneration, die BMW schrittweise über Elektro- und später auch Verbrennermodelle ausrollen will. Bis Ende 2027 sollen insgesamt 40 neue oder überarbeitete Modelle mit dieser Technologie folgen, Ende September startet mit dem i3 bereits das zweite Modell der Reihe.
Zur Einordnung: BMW lieferte im vergangenen Jahr weltweit knapp 2,17 Millionen Fahrzeuge der Kernmarke aus, davon 336.000 reine Elektroautos. Die 100.000 iX3-Bestellungen allein aus Europa fallen vor diesem Hintergrund ordentlich ins Gewicht. Zum Vergleich: Volkswagen meldete kürzlich 30.000 Bestellungen für den ID. Polo, der allerdings erst seit April dieses Jahres verfügbar ist.
Strukturelle Risiken bleiben
Der Erfolg beim iX3 kaschiert allerdings ein größeres Problem. BMWs Geschäftsmodell basierte lange darauf, Entwicklung, Produktion und Verkauf dort anzusiedeln, wo es wirtschaftlich am sinnvollsten war. Genau dieses global verzahnte Modell gerät unter Druck.
China verliert als Wachstumsmotor an Schwung, die USA fördern lokale Fertigung, und Europa schottet seinen Markt stärker gegen chinesische Elektroautos ab. Hinzu kommen Handelskonflikte, die grenzüberschreitende Lieferketten verteuern.
Die Aktie zeigte sich zuletzt mit leichten Abschlägen bei 62,60 Euro — eine Reaktion, die trotz starker Bestellzahlen auf die tieferliegenden strukturellen Fragen hindeuten könnte. Der iX3-Erfolg beweist, dass BMW technologisch liefern kann. Ob das reicht, um die geopolitischen Verwerfungen im globalen Autogeschäft auszugleichen, entscheidet sich an anderer Stelle.
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