BMW Aktie: Berenberg schwenkt um, Markt zögert
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 15:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Analystenwechsel sorgt für Bewegung im Autosektor: Berenberg tauscht seine Kaufempfehlung von Stellantis zu BMW. Die Reaktion an der Börse fällt allerdings widersprüchlich aus – kurz nach der Hochstufung drehte die BMW-Aktie ins Minus.
Der Kurs verlor 1,65 Prozent auf 61,82 Euro, während Stellantis um 2,87 Prozent auf 4,36 Euro nachgab. Auf den ersten Blick wirkt das paradox, schließlich hatte Berenberg gerade erst sein positives Votum von Stellantis auf BMW verlagert. Der Rücksetzer bei den Münchnern zeigt aber vor allem, wie tief das Misstrauen gegenüber der China-Story noch sitzt.
China-Sorgen bleiben, Argumente für BMW mehren sich
Berenberg-Analyst Romain Gourvil sieht die strukturellen Probleme im chinesischen Geschäft weiterhin ungelöst. Nach der Gewinnwarnung im Juni stünden die Erwartungen an BMW inzwischen aber auf solideren Beinen, insbesondere mit Blick auf den bevorstehenden Kapitalmarkttag. Sein Argument: Der Investitionshöhepunkt liegt hinter dem Unternehmen, das fundamentale Bild bleibe intakt.
Bei Stellantis dagegen sieht der Analyst schwache operative Hebel für das Absatzvolumen – ein Punkt, der laut ihm berechtigte Fragen zur künftigen Margenentwicklung aufwirft. Neben BMW erhielt nur Volkswagen ein positives Votum, gestützt auf operative Fortschritte im Kerngeschäft und eine nach Einschätzung des Analysten unterschätzte Lokalisierungsstrategie in China. Mercedes-Benz, Renault und Porsche bleiben bei Berenberg auf "Hold".
Die Divergenz zwischen Analystenmeinung und Kursreaktion lässt sich am ehesten mit der Erwartungshaltung vor dem Kapitalmarkttag erklären. Anleger scheinen die China-Risiken höher zu gewichten als das verbesserte Chance-Risiko-Profil, das Berenberg in den Vordergrund stellt. Ob sich das ändert, dürfte sich am Kapitalmarkttag zeigen, wenn das Management konkretere Zahlen zur Profitabilität nach der Investitionsphase liefert.
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