BMW, Aktien

BMW: 599.668 Aktien zurückgekauft

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BMW hält an Aktienrückkäufen fest, während Quartalsgewinn und China-Absatz deutlich sinken. Ein Stellenabbau und neue Elektromodelle sollen gegensteuern.

BMW setzt Aktienrückkauf trotz Gewinneinbruch und Sparprogramm fort
Abstrakte Darstellung einer modernen Automobilfertigung in atmosphärischem Licht, symbolisiert industrielle Stabilität. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BMW hat zwischen dem 3. und 9. August erneut eigene Aktien vom Markt genommen. 599.668 Stammaktien erwarb der Konzern im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms für 2025 bis 2027, zu gewichteten Durchschnittskursen von rund 59 bis 61 Euro über Xetra. Der Rückkauf läuft damit unbeeindruckt von der schwachen operativen Entwicklung weiter und signalisiert, dass der Vorstand die aktuellen Kursniveaus für ausschüttungswürdig hält.

Die Aktie selbst notiert aktuell bei 59,52 Euro und damit nur gut 5 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, das erst Ende Juli markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier 36 Prozent verloren – ein Ausmaß, das die tiefgreifenden Probleme im operativen Geschäft widerspiegelt.

Schwache Zahlen als Hintergrund

Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der die operativen Kennziffern deutlich nachgeben. Im zweiten Quartal 2026 sank der Konzernumsatz um 7,9 Prozent auf 31,259 Milliarden Euro, die Auslieferungen gingen um 4,9 Prozent auf 590.947 Fahrzeuge zurück.

Deutlich schwerer wiegt der Einbruch beim operativen Ergebnis: Das EBIT fiel im Quartal um 38,7 Prozent auf 1,631 Milliarden Euro gegenüber 2,635 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Besonders schmerzhaft verläuft das China-Geschäft, wo die Auslieferungen im zweiten Quartal um 30,2 Prozent auf 117.927 Fahrzeuge einbrachen.

Als Reaktion auf die Ergebnisschwäche haben Vorstand und Betriebsrat Ende Juli ein Personalstrukturprogramm vereinbart. Bis Ende 2027 sollen rund 8.000 Stellen abgebaut werden, größtenteils außerhalb der Fertigung und überwiegend in Deutschland, über ein freiwilliges Abfindungsprogramm mit Laufzeit von Oktober 2026 bis Ende 2027. Medienberichten zufolge erwartet der Konzern daraus ab 2028 jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Euro.

Führungswechsel im Personalvorstand

Parallel zum Sparprogramm vollzieht BMW einen Wechsel an der Spitze der Personalabteilung. Dorothea von Boxberg wird zum 1. September Vorstandsmitglied und Personalvorständin und tritt damit die Nachfolge von Ilka Horstmeier an, die den Konzern nach mehr als 30 Jahren verlässt.

Der Wechsel fällt zeitlich mit dem Start des Abfindungsprogramms zusammen, für dessen Umsetzung die neue Personalvorständin verantwortlich zeichnen wird. Anfang August wurden zudem auf Abteilungsebene mehrere Führungspositionen neu besetzt.

Produktionsanlauf soll Wende einleiten

Operativ setzt BMW parallel auf den Ausbau der Elektroproduktion. Im Werk München startete im August die Serienproduktion des i3 der „Neuen Klasse“, erste Fahrzeuge liefen bereits Anfang des Monats vom Band. Das Werk soll ab 2027 vollständig auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden, wobei BMW die Produktionskosten gegenüber der aktuellen Generation um weitere 10 Prozent senken will.

Auch international investiert der Konzern in neue Kapazitäten: Ab 2027 sollen im mexikanischen Werk San Luis Potosí der iX3 und der i3 gefertigt werden, während in South Carolina im Dezember die Serienproduktion neuer Hochvoltbatterien für den iX5 anlaufen soll.

Die DZ Bank reagierte Ende Juli auf die schwachen Zahlen mit einer Herabstufung von Buy auf Hold und senkte das Kursziel von 75 auf 65 Euro. Die Bewertung datiert vor gut zwei Wochen und markiert damit den jüngsten bekannten Analystenschritt zu BMW.

Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der einen Seite belasten schrumpfende Margen und der China-Einbruch das Ergebnis, auf der anderen Seite laufen Rückkäufe weiter und die Elektro-Transformation nimmt mit den neuen Werken konkrete Formen an. Ob die milliardenschweren Einsparungen aus dem Stellenabbau die Talfahrt bei Umsatz und Gewinn kompensieren können, wird sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.

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