Blackstone Aktie: Einstieg in Abfangtechnik
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 15:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Blackstone baut ein neues Rüstungstechnologie-Unternehmen auf. Unter dem Namen Falcata bündelt der Finanzinvestor zwei Spezialfirmen, die Schlüsselkomponenten für Abfangsysteme gegen Drohnen und Raketen liefern. Parallel dazu trennt sich Blackstone von einem Teil seiner Bumble-Beteiligung.
Falcata: Zwei Firmen, eine Plattform
Von Blackstone verwaltete Fonds übernehmen TSC und Applied Systems Engineering (ASEI) und führen beide unter dem Dach von Falcata zusammen. Zum Kaufpreis machte der Konzern keine Angaben, er sprach lediglich von einer "bedeutenden Investition".
Das Portfolio der neuen Gesellschaft reicht von Suchköpfen und Radartechnik über Lenkelektronik und Steuerungsaktuatoren bis zu GPS-unabhängiger Navigation. Hinzu kommen Aufklärung und Startsysteme. Falcata will die vorhandenen Programme und Kundenbeziehungen weiterführen und zusätzlich in Technologie, Fertigungskapazität und Personal investieren.
Die Logik dahinter: Billige Drohnen und Flugkörper lassen sich in großer Zahl einsetzen. Die Verteidigung braucht deshalb günstigere Abfangsysteme in hoher Stückzahl. Genau dort sehen Blackstone und das Falcata-Management Engpässe in der Lieferkette.
David Kaden, Senior Managing Director bei Blackstone, will diese "Flaschenhälse" mit mehr Ressourcen und einer gemeinsamen Ingenieurbasis aufbrechen. Chairman wird Jonathan Moneymaker, CEO ist Brandon Wolfson. Goldman Sachs beriet Blackstone exklusiv.
Für Blackstone ist das ein weiterer Schritt in einen Sektor, in dem staatliche Nachfrage und Kapitalbedarf gleichermaßen wachsen. Der Konzern verwaltet mehr als 1,3 Billionen Dollar und kann solche Plattformen mit erheblichem Kapital ausstatten.
Bumble: Verkauf nahe dem Jahrestief
Weniger erfreulich verläuft eine andere Beteiligung. Mit Blackstone verbundene Gesellschaften verkauften am 28. September gut 3,7 Millionen Bumble-Aktien. Der Erlös lag bei rund 11,1 Millionen Dollar, der Durchschnittspreis bei 2,9381 Dollar je Aktie. Der Preis ergab sich aus einer Absicherungsphase im Rahmen eines Termingeschäfts mit einem unabhängigen Finanzinstitut.
Blackstone bleibt damit Großaktionär. Indirekt halten verbundene Einheiten weiterhin rund 18,7 Millionen Aktien der Klasse A. Bumble notiert inzwischen bei etwa 2,63 Dollar und damit nahe dem Jahrestief von 2,49 Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie 56 Prozent verloren.
Der Hintergrund: Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 14,9 Prozent auf 211 Millionen Dollar, zudem stellte Bumble einen schwächeren Gewinnausblick in Aussicht. Für Blackstone ist die Position im Vergleich zum Rüstungsengagement klein, sie zeigt aber, wie unterschiedlich sich einzelne Portfoliowerte entwickeln.
Die Blackstone-Aktie selbst gab zuletzt um 1,7 Prozent nach. Ob Falcata finanziell ins Gewicht fällt, hängt von Kaufpreis und Auftragslage ab, beides hat der Konzern bislang nicht beziffert.
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