Bitdeer Aktie: Zwei Rechenzentren in Malaysia
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 00:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bitdeer baut sein KI-Cloud-Geschäft in Südostasien rasant aus. Innerhalb weniger Stunden hat die Tochter Bitdeer AI zwei neue Rechenzentren in Malaysia gesichert. Damit rückt das Kapazitätsziel für 2028 in greifbare Nähe.
Zwei Standorte, ein Ziel
Zuletzt kam A901 hinzu, ein Campus mit 67 Megawatt. Der Vertrag über Rechenzentrumsdienste läuft zehn Jahre. Es wäre der dritte malaysische Standort neben Cyberjaya und Johor. Die Lieferung soll im ersten Quartal 2027 beginnen, die volle Leistung im zweiten Quartal 2027 bereitstehen. Ausgelegt ist die Anlage für flüssigkeitsgekühlte NVIDIA-Systeme vom Typ GB300 NVL72.
Kurz zuvor meldete das Unternehmen A103 am bestehenden Standort in Cyberjaya. Die Anlage leistet 60 Megawatt, der Vertrag läuft acht Jahre. Sie ist für die kommende NVIDIA-Plattform Vera Rubin gedacht, die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen. Bitdeer kann dort vorhandene Strom-, Kühl- und Netzinfrastruktur nutzen. Das verkürzt den Weg zur Energieversorgung.
Was die Zahlen aussagen
Die Meldungen erschienen in umgekehrter Reihenfolge der Nummerierung. Die Angaben zur gesicherten Gesamtkapazität weichen deshalb voneinander ab: Mit A103 meldete Bitdeer rund 333,5 Megawatt, was etwa 95 Prozent des Ziels von bis zu 350 Megawatt bis zum ersten Quartal 2028 entspricht.
Die später veröffentlichte A901-Mitteilung nennt dagegen rund 273,5 Megawatt und 78 Prozent. Welcher Stand die zusätzliche Kapazität vollständig abbildet, lässt sich aus den Angaben nicht abschließend ableiten. Unstrittig ist die Richtung: Das Ziel ist größtenteils unterlegt.
Die Pipeline für KI-Cloud-Kapazität beziffert das Management auf mehr als zehn Milliarden Dollar. Das ist allerdings eine interne Schätzung, kein Auftragsbestand und kein Umsatz.
Wichtiger noch: Für beide Standorte gibt es bislang keine Abnahmezusagen. Bitdeer sichert also Kapazität, ohne dass Kunden dafür fest gebunden sind. Finanzchef Michael Potter sagte, die Nachfrage nach flüssigkeitsgekühlter Kapazität in der Region übersteige das Angebot, und Kunden wollten früher und in größeren Blöcken buchen. Ob sich das in Verträgen niederschlägt, ist offen.
Börsenreaktion
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 9,73 Dollar, ein Minus von 6,5 Prozent. Nachbörslich zog sie um rund ein Prozent an. Die Meldungen kamen erst nach Handelsschluss, eine Kursreaktion darauf steht also noch aus.
Entscheidend wird der erste Abnahmevertrag für A103 oder A901. Die Lieferung bei A901 ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen, A103 soll im ersten Quartal 2028 ans Netz gehen. Bis dahin muss Bitdeer Kunden finden.
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