Bitcoin, Zinssorgen

Bitcoin: Zinssorgen lassen nach

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nachlassende Inflations- und Zinserhöhungsängste stützen Bitcoin; geringere ETF-Zuflüsse und steigende US-Renditen bremsen jedoch.

Bitcoin über 85.000 Dollar: Sinkende Zinssorgen treiben den Kurs
Ein minimalistischer, moderner Arbeitsplatz mit einem Laptop auf einem Holztisch bei natürlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Bitcoin hat die Verkaufsmauer bei 85.000 Dollar überwunden und steuert auf das Septemberhoch zu. Auslöser sind weniger Krypto-Themen als die Makrodaten: Die Angst vor einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank schwindet.

Makro liefert Rückenwind

Ein schwächerer US-Arbeitsmarktbericht für September und eine Inflationskennzahl unter den Erwartungen haben die Zinssorgen gedämpft. Der Kernindex der Konsumausgabenpreise, die von der Fed bevorzugte Messgröße, lag bei 3,0 Prozent. Erwartet worden waren 3,3 Prozent.

Obendrein fiel der Ölpreis erstmals seit Wochen wieder unter 100 Dollar je Barrel. Das mildert den inflationären Gegenwind. Am Dienstagmorgen notierte Bitcoin bei rund 86.000 Dollar, nur knapp unter dem Septemberhoch von 87.281 Dollar.

ETF-Zuflüsse kühlen ab

Die US-Spot-ETFs verbuchten in der Woche bis zum 2. Oktober die dritte Zuflusswoche in Folge. Das Volumen schrumpfte allerdings kräftig: Rund 241 Millionen Dollar flossen zu, etwa 90 Prozent weniger als in der Rekordwoche davor. Angeführt wurde der Zufluss vom IBIT von BlackRock.

Der Kurs ließ sich davon nicht bremsen. Im September hatte Bitcoin bereits knapp 8,6 Prozent zugelegt.

Dass der Rückenwind nicht grenzenlos ist, zeigt die Vorwoche. Trotz sinkender Inflation und schwacher Arbeitsmarktdaten legte die Kryptowährung nur 2,4 Prozent zu. Steigende langfristige US-Renditen und ein stärkerer Dollar dämpften die Dynamik. Marktbeobachter sehen im Anleihemarkt derzeit eine Bremse für Kryptowerte.

Welche Marken jetzt zählen

Charttechnisch rückt zunächst das Septemberhoch bei 87.281 Dollar in den Blick. Lacie Zhang, Research Lead bei Bitget Wallet, nennt 90.000 Dollar als erstes Ziel. Gelingt der Sprung darüber, hält sie einen Anstieg bis 93.000 Dollar für möglich.

Die nächsten Weichen stellen der US-Inflationsbericht Mitte Oktober und das Zinstreffen der Fed am 27. und 28. Oktober. Nach aktuellem Datenstand wird dort keine Zinserhöhung erwartet. Fällt der Inflationsbericht erneut niedriger aus als prognostiziert, dürfte der Weg Richtung 90.000 Dollar frei bleiben. Steigen die Renditen weiter, könnte die Marke von 85.000 Dollar zur Unterstützung werden.

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