Bitcoin, Verkäufer

Bitcoin: Verkäufer trifft auf Makrosorgen

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 19:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Strategy reduziert Bitcoin-Bestand trotz Marktturbulenzen und wächst Cashpolster auf 4,65 Mrd. Dollar an.

Strategy verkauft weiter Bitcoin: Makrosorgen und Rekordverschuldung belasten
Ein minimalistischer Schreibtisch mit einem Laptop, auf dem ein verschwommener Finanzchart zu sehen ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Michael Saylors Strategy setzt ihren Verkaufskurs fort — und diesmal fällt der Verkauf mit einer schwierigen Woche für die Weltwirtschaft zusammen. Die US-Verschuldung überschreitet erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar, während schwache Arbeitsmarkt- und BIP-Daten aus den USA die Nervosität an den Märkten befeuern. Bitcoin selbst zeigt sich davon bislang unbeeindruckt.

Strategy verkaufte in der vergangenen Woche 1.690 Bitcoin für rund 108,6 Millionen Dollar, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht. Der Bestand des Unternehmens schrumpft damit auf 840.447 Coins — mittlerweile 6.916 Münzen unter dem Höchststand aus dem Juni. Verkauft wurde zu einem Durchschnittspreis von 64.262 Dollar, deutlich unter den ursprünglichen Anschaffungskosten von 75.385 Dollar. Es ist die dritte Verkaufswoche in Folge, gekauft hat Strategy seit Juni nichts mehr.

Cashpolster wächst, Aktie hält sich

Die Erlöse aus den Bitcoin-Verkäufen fließen in Rückkäufe der Vorzugsaktie STRC, die sich zuletzt wieder dem Nennwert angenähert hat. Parallel verkaufte Strategy Stammaktien im Wert von 653,1 Millionen Dollar — mehr als doppelt so viel wie in der Vorwoche. Die Cashreserve des Unternehmens wuchs dadurch auf 4,65 Milliarden Dollar, genug, um nach eigenen Angaben rund zweieinhalb Jahre laufende Zins- und Dividendenverpflichtungen zu decken, ohne weitere Coins zu verkaufen oder Aktien auszugeben.

Bemerkenswert: Die MSTR-Aktie hat sich trotz der anhaltenden Verkäufe und Verwässerung stabil gehalten. Vom Tief bei rund 82 Dollar im Juni aus notiert sie inzwischen etwa 20 Prozent höher und pendelt um die 100-Dollar-Marke. Für Saylor und sein Unternehmen hat sich die Lage damit spürbar entspannt — von akutem Druck ist wenig zu sehen.

Michael Saylor selbst kündigte für den 17. August eine öffentliche Investoren-Fragerunde gemeinsam mit CEO Phong Le an, die per Livestream übertragen werden soll. Anleger können vorab Fragen einreichen, unter anderem zur künftigen Strategie rund um die Vorzugsaktie STRC, die Saylor nach eigenen Worten zum "iPhone der digitalen Assets" machen will.

Auffällig bleibt, dass weder die Verkäufe von Strategy noch andere negative Nachrichten den Bitcoin-Kurs bislang nennenswert belastet haben. Sollte Strategy den Verkaufsdruck erst dann beenden, wenn STRC wieder auf Nennwertniveau notiert, könnte sich das Verhältnis zwischen Unternehmen und Kryptomarkt in den kommenden Wochen von einer Belastung zu einem stützenden Faktor drehen.

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