Bitcoin: Treasury-Firmen ändern ihr Spiel
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie großen Bitcoin-Halter kaufen weiter, aber sie finanzieren sich anders. Strategy steckt frisches Kapital derzeit vor allem in den Rückkauf eigener Vorzugsaktien, während Strive seine Bestände Woche für Woche ausbaut. Parallel belastet ein Rekordhack bei Binance die ETF-Zuflüsse.
Strategy: Rückkauf vor Bitcoin-Kauf
Strategy hat zwischen dem 26. Oktober und dem 1. November rund 1,18 Millionen neue Stammaktien platziert und netto 164 Millionen Dollar eingenommen. Nur 65,5 Millionen Dollar flossen in 811 Bitcoin, im Schnitt zu gut 80.800 Dollar. Der Rest ging in die Barreserve.
Aus diesem Topf zahlte der Konzern gut 208 Millionen Dollar für knapp 2,1 Millionen Stück seiner Vorzugsaktie STRC, rechnerisch knapp unter dem Nennwert von 100 Dollar. Der Bestand liegt jetzt bei 849.327 Bitcoin.
Der Hintergrund: Das Management hat einen Zielkorridor von 99 bis 100 Dollar für STRC ausgegeben und will zurückkaufen, solange das Papier darunter notiert. Neue STRC-Stücke gibt der Konzern nicht unter 100 Dollar aus. Im dritten Quartal kam daher kein Bitcoin-Kauf mehr über diese Schiene zustande.
Für Stammaktionäre hat das einen Preis. Der Bitcoinbestand je verwässerter Aktie ist seit Jahresbeginn bis Ende Oktober um 3,7 Prozent gesunken. Das Rückkaufprogramm für Stammaktien bleibt unberührt.
Strive rückt vor
Strive kaufte zwischen dem 24. und 30. Oktober weitere 124 Bitcoin und hält nun 43.124. Das Tempo ist langsamer als zuletzt, im Oktober kamen Bitcoin im Wert von rund 1,25 Milliarden Dollar hinzu. CEO Matt Cole peilt bis Jahresende Platz zwei unter den börsennotierten Haltern an.
Dafür müsste Strive Metaplanet überholen, das etwa 44.000 Bitcoin hält. Bei unverändertem Metaplanet-Bestand genügen weniger als 100 Bitcoin pro Woche. Strive nutzte zudem erstmals sein Vorzugsaktienprogramm SATS, das bis zu eine Milliarde Dollar umfasst.
Binance-Hack drückt auf die ETFs
Angreifer entwendeten bei Binance rund 6,4 Milliarden Dollar, mehr als das Vierfache des bisherigen Rekords. Als Täter gilt die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor. Am Freitag flossen 643,3 Millionen Dollar aus den Bitcoin-ETFs ab. Dieser eine Handelstag drehte den Oktober von einem Plus von 127 Millionen ins Minus von 515,9 Millionen Dollar.
Binance will den Schaden aus Unternehmensmitteln und dem SAFU-Fonds decken. Dafür muss die Börse rund 1,3 Milliarden Dollar in Bitcoin, Ether und BNB nachkaufen, ein möglicher Stützfaktor für den Markt. FBI und Secret Service ermitteln.
Die Zuflüsse am heutigen Montag gelten als Gradmesser: Setzt sich der Abfluss fort, wäre der Druck auf die ETFs nicht mit einem Tag erledigt. Bei Strategy lohnt der Blick auf das nächste Wochenupdate bei der SEC. Taucht dort wieder ein STRC-Verkaufsvolumen auf, könnte der Konzern Bitcoin-Käufe wieder über Vorzugsaktien finanzieren.
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