Bitcoin: Strategy kauft über eigenem Einstand
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bitcoin steigt am Montag leicht, während der Markt eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober zunehmend ausschließt. Strategy erreicht derweil einen Rekordbestand, steckt aber mehr Geld in eigene Vorzugsaktien als in neue Coins.
Zinswette schwächt sich ab
Die Kryptowährung notiert bei rund 86.400 Dollar, ein Plus von 1,3 Prozent über Nacht. Auf Wochensicht legte sie 3,6 Prozent zu. Vom Rekordhoch bei 126.198 Dollar bleibt der Abstand mit etwa 32 Prozent groß. Das Jahresminus ist auf 1,3 Prozent geschrumpft.
Die Zinserwartungen drehten nach einer Serie schwacher US-Daten. Weniger offene Stellen, eine überraschend niedrige Industrieumfrage (ISM), ein deutlich verfehlter Stellenzuwachs und eine gestiegene Arbeitslosenquote dämpften die Erwartungen an eine Erhöhung. Ein Notenbanker sagte zudem, es gebe keinen Grund zur Eile. Vor dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung am Mittwoch halten sich Anleger allerdings zurück.
Die Zuflüsse in US-Spot-ETFs zogen an: Am Freitag kamen 190 Millionen Dollar herein, nach 103 Millionen am Vortag. Der iShares-Fonds IBIT allein steuerte 158 Millionen bei. Der gesamte Kryptomarkt wuchs um ein Prozent auf 2,93 Billionen Dollar, das Handelsvolumen sprang um 71 Prozent.
Strategy: Rekord mit Beigeschmack
Der Bitcoin-Treasury-Konzern Strategy meldete per Pflichtmitteilung den Kauf von 334 Bitcoin für 28,7 Millionen Dollar. Der Durchschnittspreis lag bei 85.838,80 Dollar. Der Bestand steigt damit auf 848.000 Coins, ein neuer Höchststand. Das entspricht mehr als vier Prozent des maximal möglichen Angebots.
Für das dritte Quartal weist das Unternehmen einen Bewertungsgewinn von 20,91 Milliarden Dollar auf seine Bitcoin aus. Dem stehen latente Steuern von 1,88 Milliarden Dollar gegenüber.
Auffällig ist die Gewichtung. Strategy kaufte Vorzugsaktien der Serie STRC für 176,3 Millionen Dollar zurück, mehr als das Sechsfache des Bitcoin-Kaufs. Diese Papiere notieren seit Monaten unter ihrem Nennwert von 100 Dollar. Finanziert wurde das überwiegend aus der Barreserve.
Die neuen Coins kosteten knapp 14 Prozent mehr als der durchschnittliche Einstand von 75.440,70 Dollar. Die Kasse enthält noch 833,4 Millionen Dollar für allgemeine Zwecke, dazu eine Reserve von 4,88 Milliarden Dollar für Dividenden und Zinsen. Allein in der vergangenen Woche flossen daraus 142,5 Millionen Dollar ab.
Auch Metaplanet verkaufte im Quartal 10.000 Bitcoin und kaufte 11.000 zurück, um Ratingagenturen die Liquidierbarkeit zu zeigen. Beide Unternehmen achten damit stärker auf die Kreditseite der Bilanz.
Die MSTR-Aktie verlor in der Vorwoche 7,1 Prozent und schloss am Freitag bei 160,01 Dollar. Am Mittwoch liefert das fällige Fed-Protokoll den nächsten Anhaltspunkt für den Zinspfad, an dem sich Bitcoin derzeit orientiert.
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